OKTOBERPROGRAMM
An jedem verdammten Sonntag seit 1995 Reformbühne Heim und Welt: Mit Text und Ton das Ohr am Zahn der Zeit! Lesebühne mit wechselnden musikalischen Gäst:innen. Jeden, aber auch jeden Sonntag um 19 Uhr. Die aktuellen Mitglieder der Reformbühne sind: Ahne, Falko Hennig, Andreas „Spider“ Krenzke, Frank Sorge und Heiko Werning und den Gästen:
04.10. Shakti und Matze, Udo Tiffert
11.10. Andreas Albrecht, Mareike Barmeyer
18.10. Josias Ender, Karsten Krampitz
25.10. Harriet Wolff, Doc Schoko
Freitag, 02.10. 19:00 Rosi SLAM by Kunst & Krawall
Unterm Dach des Kollektivs KUNST&KRAWALL findet einer der ältesten Poetry Slams Berlins auf der Bühne im Baiz statt. I.d.R. am ersten Freitag des Monats erwarten euch Performer*innen, die
mitreißen. Autor*innen, die Funken sprühen. Worte, die kämpferisch sind und zart, fingerfertig verwoben, solide gezimmert und furchtlos in den Raum geschmettert. Wir erhalten Slam Tradition aufrecht
und krempeln sie um. Denn zusammen mit den Slampoet*innen Lu Komma Klar und Jin als Moderation geben wir der Veranstaltung nicht nur personell ein neues Gesicht.
https://kunstundkrawall.com
Sonntag, 04.10. 16-18:00 Messer schleifen
Schleiferei. Klingen aller Art: Küchen-, Outdoor-, Brotmesser (Wellenschliff) und Scheren. Letzte Materialannahme um 17:30.
Dienstag, 06.10. 19:00 Vortrag "Neonazis in Berlin - 1990 bis 2026"
Der Vortrag bietet einen Ritt durch die Geschichte der Naziszene in Berlin mit anschließender Diskussion: Welche Verbindungen hatte der NSU nach Berlin? Wie wurde ein Strausberger Querfront-Nazi
Berliner NPD-Vorsitzender? Warum prügelten sich Berliner Neonazis wegen "nur 8" Schriftzügen? War der Angriff Ostkreuz 2024 der erste dieser Art? Warum sind Neonazis in Berlin gerade eher
(ir)relevant? Und was hat das alles mit der Antifa zu tun? Der Vortrag beschreibt Entwicklungen, Strategien und Kampagnen der Naziszene und ordnet die historisch ein.
Mittwoch, 07.10. 19:30 „Doch gefunden hat man mich nicht“ Lieder über menschlich-allzumenschliches
Satirisch, Anarchistisch, politisch und hochaktuell. Was hatten Bertolt Brecht und Georg Kreisler gemeinsam? Ein Konzert von und mit den
„Zwanglosen“: Roswitha Hegewald, Thorsten Koye-Lemke, Heidi Riehm und dem Pianisten Uwe Streibel.
Donnerstag, 08.10. 19:30 Soloprogramm Peter A. Bauer Percussion & Entertainment
Der Multi-Percussionist aus Leipzig, der mittlerweile auf allen Kontinenten mit Ensembles der Barockmusik als auch eigener Popmusikprojekte gastierte, kann in seinem unterhaltsamen Soloprogramm aus
30 Jahren Bühnenerfahrung schöpfen. Virtuose Eskapaden auf Rahmentrommeln, italienischen Tamburello, Österreicher Maultrommel oder indischen Kastagnetten werden umrahmt von witzigen Anekdoten über
die wundersame Welt des Musikerdaseins, eine solistische Version Ravels Bolero, eine Coverversion von Prince auf arabischen Trommeln, ,Wir sind die Roboter’ von Kraftwerk auf der Maultrommel
sind neben Rhythmusrätseln und Nasenflötenmelodien zu erwarten.
Seine neue Spezialität ist das Agieren als Geräuschemacher, nicht selten erfordern Barockoperinszenierungen den Klang von Wald, Wind, Vogelgezwitscher bishin zum Knistern eines Lagerfeuers - man darf
gespannt sein. Eine wichtige Devise des Künstlers: ein Konzert sollte nie langweilig sein. P.S. das Publikum wird nicht umhinkommen, sich kreativ an der Musik zu beteiligen.
Freitag, 09.10. 19:30 Konzert UnderCover unplugged
Die Berliner Rockband ist seit 2022 unterwegs. Die Band schreibt eigene Stücke auf Deutsch, Englisch und Französisch, wobei sie sich nicht auf ein bestimmtes Genre festlegen lässt. Die vier Musiker
(Ulrich: Rhythmusgitarre und Gesang, Leander: Bass, Andreas: Leadgitarre und Jürgen: Drums) spielen, was ihnen gefällt, von Rock bis Pop, Funk bis Punk, von Rhythm bis Blues, und das mit einem
besonderen Undercover-Groove. Dabei liefern sie auf ihren Konzerten pure Energie und jede Menge Herzblut. Rockig und mitreißend, einfach Livemusik vom Feinsten! Auf ihr “Unplugged“ Konzert im BAIZ
freut sich die Band schon ganz besonders.Musik und Videos: https://undercover-band.com
Samstag, 10.10. 16:00 Vortragsreihe: "Alternative Ökonomie und Geldtheorie"
Pierre-Joseph Proudhon (1809-1865) und Karl Marx (1818-1883) waren Zeitgenossen. Der junge Marx bewunderte Proudhons Schrift: Was ist das Eigentum? Doch 1847 folgte mit Das Elend der Philosophie eine
vernichtende Kritik zu Proudhons Die Philosophie des Elend. Später distanzierte sich auch Proudhon von Marx. Beide wollten das Elend der Menschen beenden. Warum haben sie einander nicht ergänzt,
unterstützt und gestärkt und voneinander gelernt? Worin unterscheiden sich ihre theoretischen Ansichten? Und – was können wir heute von beiden lernen?
Samstag, 10.10. 19:30 Kneipenquiz: Straße der Besten
Quizshow für Ratekollektive von 2-5 Leuten. Es gibt wie immer keine Teilnahmegebühr, dem zweiten und letzten Team winkt jeweils Perlwein, den Gewinnern dafür viel Ruhm. Kontakt unter
quiz[ät]baiz.info möglich.
Mittwoch, 14.10. 19:30 Konzert KENNST DU DAS LAND…? Chansons, Gedichte, Texte und Epigramme zur Erinnerung an ERICH KÄSTNER (1899 -
1974)
Erich Kästner, ein Zeitgenosse Brechts, war nicht nur ein sehrerfolgreicher Erzähler, Romancier sowie der deutsche Kinderbuchautor des vergangenen Jahrhunderts. Das Trio "Die Zwanglosen" wirft einen
Blick auf den musikalisch "brauchbaren" Lyriker, Satiriker, Moralisten und Zeitkritiker. Seine Texte sind klassisch und doch aktuell und hochpolitisch. "Die Zwanglosen" sind:
Roswitha Hegewald, Thorsten Koye-Lemke, Heidi Riehm, Begleitung: Uwe Streibel (Klavier)
Freitag, 16.10. 20:00 Theater mit Tallercito: Que te busquen en mi frente - Ein Lorca Abend
Der Mord an F. G. Lorca gilt als Untat gegen das Schöne. 1936 putschte das spanischeMilitär im Dienst der nationalen Oligarchie gegen die junge Republik und machtekurzen Prozess mit Andersdenkenden.
Im Falle des Dichters kam es nicht mal zurAnklage. Ihr Hass gegen Schönheit und Anderssein reichte den Mördern. Doch Schönheit ist nicht tot zu kriegen und Lorcas surreale Lyrik fasziniert noch
immer. Tallercito inszeniert drei seiner Gedichte. Schauspiel in span. Sprache mit dt. ÜT. Mit Esther Blanco, Andreas Pöllinger, Felipe OrobónMusik Luis M. Guarneros, Barbara
Patzeltwww.tallercito.de
Samstag 17.10. 16-19:00 Schach- und Spiele-Nachmittag
Es ist Zeit für Hirnsport! Der Schachnachmittag im Baiz (jeden dritten Samstag im Monat!!!).
Ob freies Spiel oder kompetitiv. Kommt vorbei, und spielt mit! (Schachbrett mitbringen ist erwünscht, da nur eine begrenzte Anzahl gestellt werden kann)
---------------------------------
Chess and Games - Time for a little brain workout!
Chesstime at BAIZ (every 3rd saturday of the month!!!). competative or open play, just come around and join us! (bringing your own board is appreciated, since we can only provide a limited amount of
boards)
Samstag, 17.10. 21:00 Wello Rauschs Karaoke Gala
Singen, performen, tanzen, trinken & leuchten im Glanze eurer Lieblingssongs! Sieben Jahrzehnte von Glück bis Frust stehen zur Auswahl aus allen Stilen! Von euch in Brand gesetzt auf der schicken
Baiz Bühne mit perfektem Sound & herzlichem Ambiente! Keep empathy burning! Eintritt frei, Bier kalt und wer singt, der trinkt! Pfeffi für die Sänger.
Dienstag, 20.10. 19:30 Polyphonie
Die Polyphonie-Reihe für außergewöhnliche Musik will neue Klangbereiche öffnen und
spontane Interaktion der Musiker aufzeigen. Bernhard Wöstheinrich aka The redundant Rocker und Reiner Frey aka Yref bedienen sich klanglich aller Möglichkeiten, die von einem Ausgangspunkt aus
elektrischer Gitarre und Soundscape Electronica zu unerforschten Klanglandschaften führen.
Mittwoch, 21.10. 19:30 „Mehr Bier, Mann!“ 1976 – Die DDR in der Krise
Vortrag und Buchvorstellung mit dem Schriftsteller und Historiker Karsten Krampitz
Es hätte so schön sein können: Vor vierzig Jahren wurde der Palast der Republik eröffnet. Bei den Olympischen Sommerspielen in Montreal errang die DDR vierzig Goldmedaillen, der „Arbeiter- und
Bauernstaat“ war zur olympischen Weltmacht aufgestiegen. Erich Honecker löste Willi Stoph im Amt des Staatsratsvorsitzenden ab und war nun auch nominell der erste Mann im Staat. Und doch war das Jahr
1976 eine Zäsur in der Geschichte der DDR. Ein Erosionsprozess nahm seinen Anfang, der schließlich den SED-Machtapparat einstürzen ließ.
Denn Erich Honecker hatte im Frühjahr nichts Besseres zu tun als eine Anthologie zu verbieten: „Berliner Geschichten“, herausgegeben von den Schriftstellern Ulrich Plenzdorf, Klaus Schlesinger und
Martin Stade. Evangelische Bischöfe stritten über das Parteiprogramm der SED im Vorfeld des IX. Parteitags. In Ostberlin ätzte Santiago Carrillo gegen Breschnews Betonkommunismus – und im
SED-Zentralkomitee zeigte man sich entsetzt, ob der »unqualifizierten Ausfälle« des spanischen KP-Chefs. Dennoch wurde Carrillos Rede ungekürzt im Neuen Deutschland gedruckt.
1976 starben zwei Menschen an der Grenze: Michael Gartenschläger, ein freigekaufter Ex-Häftling, der innerhalb eines Monats dreimal an dieselbe Stelle der Grenze gegangen war, um dort
Selbstschussapparate abzumontieren, und Benito Corghi, ein italienischer Fernfahrer, der von einem DDR-Grenzer am Grenzübergang erschossen wurde. Doch anders als Gartenschläger war Corghi kein
„Provokateur“, vielmehr ein Familienvater, der seiner Arbeit nachgehen wollte und noch dazu Mitglied der Kommunistischen Partei Italiens war. Am 18. August geschah das Unvorstellbare: Auf dem
Marktplatz in Zeitz übergoss sich der Pfarrer Oskar Brüsewitz mit Benzin und zündete sich an. Drei Monate später wurde Wolf Biermann ausgebürgert und Robert Havemann unter Hausarrest gestellt.
Karsten Krampitz, Schriftsteller und Historiker, liefert mit „1976. Die DDR in der Krise“ einen profunden Beitrag zur Aufarbeitung der Aufarbeitung – ohne Verklärung und ohne Dämonisierung der
DDR.
Donnerstag, 22.10. 19:30 SCHMUTZTITELLESUNG: Robert Mießner und Julian Weber
„Angriff aufs Schlaraffenland“ und „Bored Teenagers“ sind zwei von Jonas Engelmann im Ventil Verlag herausgegebene Anthologien mit Texten zu dem in mittlerweile fünf Jahrzehnten entstandenen Songbook
des Deutsch- und Globalpunk. Die Brillenpunks Mießner (taz-Korrespondent Pankow) und Weber (taz-Musikredakteur Kreuzberg) schreiben in beiden Bänden über östlichen und westlichen Schmutzadel. In
der Baiz stellen sie ihre Texte vor und sprechen über Punkgeschichtsschreibung als Archäologie in eigener und gesamtgesellschaftlicher Sache.
Samstag, 24.10. 17:00 Flamenco es diferente
Mit Flamenco es diferente zeigen sechs Künstler:innen ein Feuerwerk an andalusischer Lebensfreude. Sinnlichkeit und Leidenschaft des Tanzes (baile) treffen auf virtuoses Gitarrenspiel (toque) und
ergreifenden Gesang (cante), all das verschmilzt zu einem Gesamtkunstwerk, das die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen abdeckt. Mit Leichtigkeit, aber zuweilen auch Schwermut zelebrieren die
Künstler:innen das Leben in all seinen Facetten und lassen das Publikum Teil ihrer ganz persönlichen Hommage an den Augenblick werden – mit einem ganz neuen Programm. Eintritt: 14/6 €
Dienstag, 27.10. 19:30 Lesung Eric Ahrens
"Ich hoffe das alles falsch verstanden zu haben", heißt das neue Buch. Und der Name ist Programm. Denn auch hier hat sich das Gefühl manifestiert, nicht glauben zu können, dass wir diesen ganzen
Abfuck als normal betrachten. Doch wo andere in Eskapismus fliehen oder Magengeschwüre kriegen, ist hier Lyrik entstanden. Oder das, was ihr ähnlich sieht: kurz und knapp, verloren und verliebt,
bitter und sweet – schaut sie mitten in den Abgrund, ohne dabei die Ränder aus den Augen zu verlieren. Gastautorin: Bianca
Mittwoch, 28.10. 20:00 Es wird PUPPIG! Puppen-Lieder-Abend
Es wird klassisch, poppig, jazzig, chansonesk, soulig - aber vor allem PUPPIG. Studierende der zeitgenössischen Puppenspielkunst HfS Ernst Busch laden ein zum Liederabend: vorgetragen von und mit
Puppen.
Donnerstag, 29.10. 19:30 Kunstbühne ENGEL IM HAUS,
Prosa, Poesie, Performance und Flügelschläge von jungen Berliner Kunstschaffenden ab jetzt
einmal im Monat auf der Baiz-Bühne. .
Samstag, 31.10. 16-19:00 Roda de choro
Der Choro ist eine brasilianische Volks- und Instrumentalmusik aus Rio de Janeiro und mischt seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts europäische Kammermusik mit afrikanischen Rhythmen. Das
ziemlich synkopische Ergebnis ist eine wunderschöne, unfassbare und fröhliche Musik - mit einer reichen Harmonie, Melodik und Ästhetik.
Eine "Roda de Choro" ist das Pendant zur Jam-Session: Alle Musizierenden sitzen in einer Runde um einen Tisch herum. Wer Lust hat, kann sich dazu setzen und hat die Gelegenheit, aktiv ein riesiges
Liederrepertoire zu entdecken - und sich durch den Austausch mit Erfahreneren zu verbessern... Teilt mit uns Freude und Groove dieser tollen Musik! [gerne natürlich auch als
Zuhörende...]