Veranstaltungen im BAIZ

 

Donnerstag, 03.10. 20:00 Mike Spike Froidl‘s neuster Aufklärungsfilm „Deutschland halt’s Maul !“  Preußens Revolution von oben in den Befreiungskriegen [R: Mike Spike Froidl , D 2019, 36min.]
Möckernbrücke, Großbeerenstraße, Blücherplatz oder Kleistpark und viele mehr – alle diese Stadt-Ort-Bezeichnungen zeugen von den Kampf gegen die Napoleonischen Besatzung, die mit der Niederlage der Franzosen bei der Völkerschlacht in Leipzig endete. Es wurde Demokratie gefordert und endete im Aristokraten-Teutschtum-Nationalismus. In diesen Film werden alle bedeutenden preußischen Generäle von Frauen der  Frauenbrigade VEB Volksbewaffnung dargestellt. Und ihre Männer sind ihre Frauen. Ein alternative facts DDR-DEFA-Film. https://vimeo.com/347049752

Freitag, 04.10.19:00 Drecksack-Release
Wenn das Baiz ruft, sagt der DreckSack nicht nein – selbst wenn sich alles um die „Wende“ drehen soll. Wir fühlen uns geehrt und werden nicht nur jubeln (wenn wir bis dahin wissen, warum) sondern auch wie immer unser DreckSack-Süppchen kochen. Kommt (pünktlich) vorbei, denn wir haben nur 90 Minuten. Der Eintritt ist frei, und der Tisch ist reichhaltig gedeckt.

Sonnabend, 5. Oktober, 20:00 Theater mit Tallercito: Der Mann im Fahrstuhl von Heiner Müller
Eine Reise im Aufzug von unten nach oben erscheint meistens unproblematisch. Manchmal ist es aber nicht so. Wenn Auftrag und Ziel ihren Sinn während der Fahrt verlieren, wenn sogar die Zeit durch die Fortbewegung verrückt wird, dann ist die Situation eine völlig andere. Irgendwann bleibt als einzige Alternative, die eigenen vier Wände der alten sicheren Kapsel zu verlassen, um sich mit einer Außenwelt zu vereinigen, die vielleicht gar keine Lust dazu hat…
Tallercito spielt den legendären Mann im Fahrstuhl von Heiner Müller als Beispiel einer etwas anderen Vision der Reisefreiheit.
Sprech- und Bewegungstheater in spanischer Sprache mit deutschen Untertiteln
Mit: Ana Carbia, Jorge Suárez, Felipe Orobón

Sonntag, 06.10. 16:00-19:00  Soli-Nähservice und Messerschleifen
Wir reparieren eure kaputten Klamotten für Soli (Kein Leder!)! - Schleiferei. Klingen aller Art: Küchen-, Outdoor-, Brotmesser (Wellenschliff) und Scheren.

Dienstag, 08.10. 19:00 Lesung mit Gerd Schönfeld: Ein Cello im Berufsverkehr - Briefe an Onkel Karl Dazu gibt es einen Bonustext in der literarischen Happy-Our mit dem Titel "Wochenend und Sonnenschein"
Nach dem Erfolgstitel „SCHACKELSTERN flogen spät durch milde Lüfte, oder: Der Klassenfeind ist unter uns“ setzt Gerd Schönfeld mit dem 2. Band seine Kindheitserinnerungen an das Ostberlin der Nachkriegszeit fort – nunmehr mit Geschichten nach dem Mauerbau. Die Briefe, die der 13jährige Franz seinem „Onkel Karl“ schreibt, kreisen um eine Zäsur, die den Einwohnern Ostberlins tiefer unter die Haut ging als anderen irgendwo sonst im nunmehr schroff geteilten Land … Die semidokumentarische Sammlung ist auch für Zeitgeschichtler, für Ethnologen und Soziologen aufschlussreich. Sie handelt vom Alltag und widerspricht zugleich dem landläufigen Verständnis von „Alltag“ als Inbegriff vom großen Ganzen abgrenzbarer Praktiken, die routiniert vonstatten gehen. Dieser Alltag fand in der DDR weder vor noch nach 1961 statt. Gestörte Routinen bestimmten die Tagesordnung im Arbeitsleben so gut wie beim nächsten Einkauf um die Ecke. 


Mittwoch, 09.10.2019 ab 19h, A-Laden Experience:
wEnde und Anfang – wie Anarchist*innen Ost und West zusammenkamen

Als 1989 die Mauer in Berlin fiel, waren zwar auch die Anars überrascht, aber zögerten keine Sekunde, sich in die Arme zu fallen. A-Literatur war trotz hohen Risikos schon länger ins „Rote Reich“ geschmuggelt worden, ebenso wie KALENDAs und A-Mukke. Nun aber hieß es die Interregnumszeit zu nutzen und sich gegen den siegreichen Kapitalismus zu organisieren. Die FAU-Ost gründete sich und ein Libertäres Zentrum in der Schönhauser Allee rückte in greifbare Nähe… UB, Antifa Ost, KvU, Grüne Liga wurden unsere Freunde. Und, na klar, die besetzten Häuser und die FREIe HEIDe.
Im A-Laden Berlin, damals noch in Mauer-Moabit, gaben sich bald Anars aus West und vielen Ländern des Ostens die Klinke in die Hand. Wir West-Anarchist*innen waren selbst nicht übermässig mit Gütern gesegnet und mussten selbst viel improvisieren, aber den ungarischen, polnischen, tschechischen, ukrainischen, russischen ... Genoss*innen konnten wir ein paar wertvolle Dienste leisten, nicht zu vergessen den Compas der Noch-DDR. Bald kam es zum ersten A-Ost-West-Treffen in Triest, Italien, mit gut 300 Anars aus allen Himmelsrichtungen, auch übern großen Teich weg. Dem folgte das A-Medien AmEuropa-Treffen im A-Laden, zweimal Schwarze Tage Berlin und die AKo, die auch in der Schönhauser den Libertären Jahrmarkt aufzog und sich an der ersten gemeinsamen Ost-West-Demo zum 1. Mai beteiligte. - Ein Abend mit Zeitzeug*innen.

Donnerstag, 10.10. 20:00 Lesung mit Wilfried Bergholz:  „Die letzte Fahrt mit dem Fahrrad – 19 Gespräche mit Matteo über Mut, Glück und Aufbegehren in der DDR“
Der Herbst 1989 im Prenzlauer Berg – für alle, die damals dabei waren die spannendste Zeit ihres Lebens. Die wichtigste Frage für sie war: Gibt es eine „chinesische Lösung“ mit vielen Toten oder werden wir siegen? Nun, die Revolution hat gesiegt, wie wir heute wissen – aber nach einem Monat war alles vorbei.
Einer der Zeitzeugen in der Gethsemanekirche und an der Bornholmer Straße ist Wilfried Bergholz, er wohnt seit 40 Jahren in der Schönhauser Allee. Er hat ein Buch geschrieben über diese Tage für seinen jüngsten Sohn Matteo und eine politisch interessierte Jugend.
Hier ein Auszug aus dem Buch von Wilfried Bergholz: „Von Hannah Arendt stammt das Zitat (aus: Macht und Gewalt, New York 1970): »Die Revolutionäre machen nicht die Revolution! Die Revolutionäre sind diejenigen, die wissen, wann die Macht auf der Straße liegt und wann sie sie aufheben können!« Wenn das so stimmt, hatten wir nicht wirklich eine Chance mit unseren Träumen und alles, was danach geschah, war nur die logische Folge unserer Unentschlossenheit, unserer Unwissenheit – unserer Unfähigkeit, die Macht aufzuheben – etwa am 4.11.1989.“

Samstag, 12.10. ab 20:00 Wello Rauschs Karaoke Gala
Singen, performen, tanzen, trinken & leuchten im Glanze eurer Lieblingssongs! Sieben Jahrzehnte von Glück bis Frust stehen zur Auswahl aus allen Stilen! Von euch in Brand gesetzt auf der schicken Baiz Bühne mit perfektem Sound & herzlichem Ambiente! Keep empathy burning! Eintritt frei, Bier kalt und wer singt, der trinkt! Pfeffi für die Sänger.

Dienstag, 15.10. 19:00 Rodneys Underground Press presents
RODNEY ROCKS BERLIN – ES LEBE DER AFFE

25 Jahre nach den legendären Social-Beat-Festivals unter dem Motto „Töte den Affen“ 1993 und 1994 auf dem Pfefferberg präsentiert RUP den neuen Berliner Underground: Eric Ahrens, FatimaDjamila, Esther Mohnweg und Clemens Schittko.
ERIC AHRENS hat bereits einige Lesungen bestritten und sein Debütbuch 2016 bei RUP veröffentlicht, in dem er ohne Umschweife auf seine unmittelbare Realität losgeht. FATIMADJAMILA veröffentlichte unlängst im Lit-Magazin PRESSWURST, die genauso wie das Hausmagazin MAULhURE bei RUP erscheint. Sie glänzt durch absurde, situationskomische Erzählungen, die sie eindrucksvoll vorträgt. In beiden Magazinen hat CLEMENS SCHITTKO veröffentlicht. Schittko ist dabei wohl derjenige Autor, der dem klassischen Social Beat in seiner Härte und Direktheit am nächsten kommt. ESTHER MOHNWEG ist bereits seit Jahrzehnten schriftstellerisch unterwegs und hat zuletzt bei RUP ihre politisch-gesellschaftliche Abrechnung "Mensch, was das bisschen Wort bewirkt" vorgelegt. Ein Langgedicht in zwei Teilen, ein Kommentar zur Zeit, in schwindelerregendem Wechsel zwischen Politischem und Privatem, wütender Tirade und lyrischer Meditation. ROLAND ADELMANN ist der einzige, der tatsächlich an beiden SB-Festivals teilgenommen hat. Ein Jahr zuvor, 1992, gründete er Rodneys Underground Press. Literarisch hat er von experimentellen Gedichten, über konkrete Poesie bis zum Szeneroman alles durchexerziert, was die Schreiberei hergibt. In den 1990er galt er im übrigen als Top-Entertainer des Social Beat.
Dass die Underground-Literatur nicht in seinen rohen und ungeschliffenen Anfangsjahren stehengeblieben ist, werden die Autor*innen an diesem Abend sicherlich beweisen. Trotzdem tragen sie noch immer genug sozialen Sprengstoff mit sich, um die Gehirnzellen kräftig durchzurütteln.

Mittwoch, 16.10. 19:30 Marxistische Debattierrunde MDR XII (37)
Herbst 89 : zwischen Friedlicher Revolution und Kapitulation

Mit den Parolen „Auf die Straße!“ „Wir sind das Volk“ und „Keine Gewalt!“ begannen im Oktober 89 die Massenproteste in der DDR. Anfänglich von Forderungen zu tiefgreifenden Reformen des Sozialismus in der DDR getragen, wurde schnell aus „Wir sind das Volk“ die Parole „ Wir sind ein Volk“. Innerhalb von Wochen brach die DDR zusammen und wurde der BRD angegliedert. An der Bewertung der damaligen Geschehnisse scheiden sich nach wie vor die linken Geister. War es nur der Endpunkt eines notwendigen Scheiterns eines stalinistischen Sozialismus auf deutschem Boden, schnöder Verrat korrupter Funktionäre wie Honecker meint, ökonomischer Zusammenbruch oder nur Kapitulation vor dem Kolonialisationsdrang des BRD-Kapitals? Letztendlich wollen wir die Frage diskutieren, ob es eine Chance für den Fortbestand der DDR im Herbst 89 gab.

Donnerstag, 17.10.19 - 20:00 Konzert mit Nichtseattle (Postpunge)
Nichtseattle ist Ursachenforschung alleine, ist blau. Mit Baritongitarre und dreckigen Witzen im Kopf geht es um Hochhaus, Gartenlaube, Fahrerflucht, Fußball, Dosenbier, Schreckschuss, Grobwitz, Alleine, Vaterhände, Vaterbeine, Greifswald und eben all die Dinge die man sich nicht in Seattle vorstellen kann, wenn man nicht aus Seattle kommt, sondern aus Nichtseattle, diesem Ort, an dem sich viele von uns zu oft auf Weihnachten gefreut haben und es in Wahrheit noch immer heimlich tun. Mal pathetisch (ja/man könnte doch...), mal melancholisch (schade/tut weh), mal pragmatisch (ist halt so), oft knarzig garagesk (fuck you, very muschiii).
"Kollmann schildert die Erwachsenenwelt noch einmal aus Kinderperspektive und schafft so einerseits eine sehr intime Erzählung  („immer samstags bei opa im garten / und dazwischen brät ein schwein“) und angesichts der politischen Zäsur auch eine politische Geschichte.“ (Jens Uthoff, taz). https://nichtseattle.bandcamp.com/releases

Samstag, 19.10. 20:00 Kneipenquiz: Straße der Besten [DDR/Wende-spezial von der KWR-Redaktion]
Trotz des Themas sind auch unter 40jährige und westlich sozialisierte Menschen herzlichst eingeladen: Keine Angst, Ihr werdet nicht ausschließlich mit Euren Wissenslücken konfrontiert und heute geht es mal nicht nur ums Gewinnen. Die Fragen sind eher im Mulltiepel-Tscheuss-Steil gehalten und lassen sich vielleicht auch ohne Hintergrundwissen herleiten - Ergebnis ist hoffentlich ein eher informativer und unterhaltsamer Abend. Wegen der generationenübergreifenden Verständigung kann natürlich ein älteres Teammitglied auch nicht schaden, aber Streber*innenkollektive werden nachhaltig mit Ostschnaps abgestraft ;-)...

Straße der Besten ist eine Quizshow für Ratekollektive von 2-5 Leuten. Es gibt wie immer keine Teilnahmegebühr, dem zweiten und letzten Team winkt jeweils Perlwein, den Gewinnern dafür jede Menge Ruhm. Wir suchen immer potentielle Quiz-Veranstalter_innen - Ihr könnt Euch gerne unter quiz[ät]baiz.info melden. Das Beste: Für die Spielleiter_innen sind die Getränke natürlich frei...

Dienstag, 22.10. 18:30 Künstler*innenbühne Schaunwama
Schaunwama ist eine KünstlerInnenbühne, die alle 2 Monate in der Baiz stattfindet. Wir bringen viele Künste und kreative Menschen zusammen: Live Painting, Musik, Poetry Slam, Schauspiel...diese werden mit charmanter Moderation und professioneller Tontechnik umrahmt und der Baiz-Tresen versorgt wie immer mit Bier und Co. Der Eintritt ist frei, wir freuen uns aber über einen "Austritt", der zu 100% von uns weitergegeben wird. Das eingenommene Geld bekommt, wie letztes Mal, die Organisation "International Women Space Berlin", die sich für die Rechte geflüchteter und von Diskriminierung bedrohter internationaler Frauen in Berlin einsetzt. Anmeldungen für KünstlerInnen unter: mail.schaunwama@gmx.de
Ladet gern FreundInnen, Familie oder Lover ein und sprecht über uns. Wir wollen uns Werbung nicht leisten, damit wir möglichst viel Geld für die Organisation sammeln können. Wir freuen uns auf Euch!

Donnerstag, 24.10. 19:00 Aufstehen - Stadtteilstammtisch PB / Frdh

Dienstag, 29.10. 20:00 Bühnenduo „Einfach so“:
Hals- und Reimbruch – mit Poesie und Witz durchs Leben

Die beiden Wortakrobaten und Versschleifer bringen mit einen spannend-unterhaltsamen Mix aus Poetry Slam, Poesie und Kabarett die Seele zum Lachen, Nachdenken und Abtauchen. Mit Witz, Tiefgang und Unbekümmertheit schafft „Einfach so“ einen brillanten Spagat zwischen Alltagsabsurditäten und schwergewichtigen Themen. Ohne viel Drumherum verwandeln die Beiden die Bühne in einen Schauplatz an dem alles passieren kann – frei unter dem Motto „Der Reim hat immer Recht“, auch wenn er mal nicht da ist. Oder gerade dann?! Bei Einfach so ist für jeden etwas dabei! Mehr Infos unter www.einfachsoeinfach.de

Mittwoch, 30.10. 19:00 Beleuchtung und Widerstand: JEAN AMÉRY - Die Tortur
„Die Tortur ist das fürchterlichste Ereignis, das ein Mensch in sich bewahren kann. Wer der Folter erlag, kann nicht mehr heimisch werden in der Welt.“ Jean Améry ist 31 Jahre alt und Mitglied der belgischen Widerstandsbewegung, als er am 23. Juli 1943 beim Verteilen antinazistischer Flugblätter in Brüssel verhaftet wird. Nach seiner Folter im berüchtigten Fort Breendonk, einem Auffanglager unter SS-Verwaltung, wird er lebenslang von den Spuren des seelischen „Feuermals", vom Verlust des „Weltvertrauens“ gezeichnet bleiben

Donnerstag, 31.10. 20:00 Der KMC - Chorkonzert mit Feuer und Flamme
Mit lauter Stimme singt der Männerchor aus Kreuzberg Lieder von Hoffnung, Widerstand und – aus leider auch heute noch dringenden Gründen – gegen das Vergessen. Das Programm umfasst bekannte und unbekannte Lieder aus aller Welt und aus unterschiedlichen Zeiten, der Schwerpunkt liegt aber auf Klassikern der revolutionären Arbeiterkampf-Bewegung und Partisanenliedern. Dazwischen lockern Gesänge von Seeleuten und auch Lieder über Liebesleid die Stimmung auf. Die Stücke werden mehrstimmig und fast immer in der Originalsprache gesungen. 
 

BAIZ-Wort-Rätsel Juli 2019 zum Download
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Offene Mieterberatung von Rechtsanwalt Henrik Solf mit Unterstützunge der Bezirksgruppe Prenzlauer Berg der Berliner Mietergemeinschaft

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Barmensch am Ende

 

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