einen wunderschönen,

 

Wir schreiben das Frühjahr 1989: 17 Millionen Widerstandskämfer*innen sitzen in Kellern und Kirchen, diskutieren nahezu rund um die Uhr über die bevorstehende Deutsche Einheit und warten nur noch auf das Signal von Helmut Kohl, David Hasselhoff und dem Papst zum Losschlagen. Am 4.November ist es dann endlich soweit: nach neuesten Schätzungen von BILD und Stiftung Aufarbeiten demonstrieren 98,85 Millionen DDR-Bürger auf dem Berliner Alexanderplatz gegen die "Kommunistische Diktatur*" und für Mauerfall, bedingungslosen BRD-Beitritt und Turbokapitalismus. Dank etlicher geförderter Stellen hört die Aufarbeitungsindustrie wohl nie wieder auf, uns unsere Geschichte in dieser Art zu erklären. "Wess´ Brot ich ess´, des Lied ich sing?“ - oder 17.Juni plus 13.August mal Stasi durch 09.November ist gleich DDR..? Oder war da etwa noch was?

 

Wir kochen dann doch lieber unser eigenes Süppchen und versuchen mit O-Tönen, Texten, bewegten Bildern und mit [immer noch lebenden!] Zeitzeug*innen dieser eher einseitigen Auslegung von Geschichte etwas entgegenzusetzen. Nur die vorneweg laufende Pauke tauschen, wollten sicher die wenigsten der damaligen Protagonist*innen im aufregendsten Herbst der letzen Jahrzehnte und diese [im Nachgang vielleicht etwas leiseren, aber dafür meist schlaueren] Stimmen waren doch erst das Salz in der damaligen [ansonsten gelegentlich auch trüben] Brühe...

 

Wie einfach Umschreiben von Geschichte ebenfalls funktionieren kann, demonstrieren gerade die Marschmusiker*innen von der AfD im Osten: Was die Partei ursächlich mit dieser „Wende“ zu tun hat, die sie jetzt „vollenden“ will und was sich bei Björn H., André K. & den anderen Führungsriegen-Wessis wieder „wie in der DDR“ anfühlt, können nicht mal ihre aalglattesten Öffentlichkeitsfuzzis erklären. Wer kein „blondes Toupet“ [oder einen Alu-Hut] trägt, sollte realisiert haben, dass es

damals anfänglich um eine kulturelle und politische Öffnung der DDR-Gesellschaft ging, die Forderungen nach „Einem Volk“ & der DääMork kamen erst auf, als der Drops ansonsten längst gelutscht war...  Aber, „liebe“ AfD-Wähler*innen im Osten, selbst das mal ausgespart: Vermutlich durch die DDR-Schulbildung wenigstens mit einer halbwegs brauchbaren Kapitalismusanalyse ausgestattet, war die Wahl Kohls 1990 schon ziemlich dämlich. Heute aber wegen der Auswirkungen  dieser „Allianz für Deutschland“ eine noch neoliberalere [und „republik-fluchtfeindlichere“] Partei zu wählen, setzt noch einen drauf. Auch mit Zuwanderung werdet Ihr Euch spätestens dann auseinandersetzen müssen, wenn ihr statt „Heim ins Reich“ „Arm ins Heim“ kommt - bestimmte Regionen werden den dort herrschenden Arbeitskräftemangel kaum anders ausgleichen können...

 

Das wird man doch noch mal sagen dürfen!

Die kopfschüttelnde BAIZ-Crew

 

Beste Grüße & bis die Tage
Eure BAIZ-Crew
 

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* Ein für allemal: Diese Wortkombination ist inhaltlich ungefähr so schwachsinnig wie "Anarchistische Regierung", den einschlägigen sogenannten Historiker*innen sei hiermit eine Spee-Munddusche [und ein Besuch in der Bibliothek] ans Herz gelegt...

 

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