Veranstaltungen im BAIZ

 
 
Mittwoch, 15.02. 19:00 Marx-is-muss? Die XII.: Marx, Manga & Cartoon
Im Februar wird Berlin mit Berlinale und allerhand Film- und Medienfestivals beglückt. Film steht im Mittelpunkt. Diesem Trend wollen wir uns auch nicht verweigern. Immerhin gibt es herausragende mediale Umsetzungen von Marx' Werken als Brücke zur direkten Beschäftigung mit den Originalen. Zum Beispiel die 2007 in Japan erschienen Mangaversion von „Das Kapital“ die zum Bestseller in Asien wurde oder die unzähligen Comicversionen aus den USA, die versuchen, auf „lustige“ Weise marxistische Gedanken zu verbreiten.  Wir wollen uns heute eine Auswahl dieser Filme anschauen und uns darüber amüsieren  - oder auch diskutieren.
 
Samstag, 18.02.17:00 Skatturnier 
Das Turnier findet im Rahmen der Winter-Skatturnier-Serie [u.a. mit K.v.U. & Supamolly] statt, wobei jedes Turnier auch einzeln spielbar ist. Es gibt 2 Spiele á 7 Runden. Die ersten 10 Spieler_innen bekommen Punkte für die Gesamtwertung. Für die Tagespreise wird gewichtelt [*Wichtel / Julklapp, Ihr bringt etwas mit, was Ihr entbehren könnt, aber für andere noch brauchbar ist, die Preisauswahl erfolgt dann nach Platzierung]. Für die Sachpreise der Gesamtwertung der kompletten Serie wird auch von allen Skatschwestern und Skatbrüdern [auch den Einzelturnierspieler_innen] eine Startgebühr von 2€ erhoben. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten! In diesem Sinne 18 - 20 - weg...
 
Sonntag, 19.02. 20:00 Doku: Die Königin von Versailles
USA 2012, 92min., Dokumentation von Lauren Greenfield;
David Siegel ist ein erfolgreicher Geschäftsmann. Seine Firma vermietet Ferienwohnrechte in entsprechenden Wohnanlagen, ein sogenanntes "Time-share"-Geschäft. David und Jackie Siegel haben keine Probleme, ihre Lust am Luxus zu demonstrieren, ihr Altersunterschied (30 Jahre) ist kein Tabu, Viagra auch nicht. Ihre Familie lebt ihren amerikanischen Traum in einer 8.000 Quadratmeter-Villa mit sieben Kindern (es gibt ja Nannies) und unzähligen anderen dienstbaren Geistern. 
Als die Villa zu klein wird das mit 27.500 Quadratmetern Amerikas größtes Einfamilienhaus der USA projektiert – eine Mischung aus Versailles und neueren Protzbauten. "Nein, das wird nicht mein Zimmer, das wird die Toilette", erklärt Jackie bei einer Rohbaubesichtigung ohne jeglichen Anflug von Koketterie. Dann bricht aber 2008 die Finanzkrise über die Familie herein. Die Immobilienblase platzt und dem Luftschloss droht die Zwangsversteigerung. David Siegel achtet nun darauf, dass das Licht ausgemacht wird, wo es nicht gebraucht wird...
Beschreibung des neuen amerikanischen Alptraums vom Milliardär zum Tellerwäscher und ein wenig „Die Geissens“ [musste ich auch googeln] für arte-Zuschauer - der etwas ungewöhnliche Blick auf Luxusprobleme verströmt die diskrete Widerwärtigkeit der Bourgeoisie...
 
Mittwoch, 22.02. 19:00 A-Laden Experience [Alex]: KEINE 100 Jahre - die anarchosyndikalistische Internationale IAA zerlegt sich
Anno 1922/23 wurde in Berlin  unter bewusster Namensnachfolge der Ersten Internationale die anarchosyndikalistische Internationale, die "Internationale Arbeiter Assoziation" IAA gegründet - unter starker Beteiligung der deutschen "Freien Arbeiter Union Deutschland" FAUD. Motto: "Die Befreiung der Arbeiter muss das Werk der Arbeiter selbst sein." (Karl Marx). Nach heroischen Kämpfen gegen den Faschismus in Europa, insbesondere 1936-39 in Spanien, sowie im WK II und nach einem vielversprechenden Revival in den 1970er Jahren sind nun die drei mitgliederstärksten Sektionen, die spanische "Confederación Nacional de Trabajo" CNT, die italienische "Unione Sindacale Italiana" USI und die deutschsprachige FAU von den kleinen Sektionen, die etwa 10% der Mitglieder repräsentieren, wegen Abspalterei aus der Internationalen Arbeiter*innen Assoziation auf dem Dezember-Kongress 2016 in Warschau ausgeschlossen worden - 5 Jahre vor dem 100jährigen Jubiläum der IAA. In den betroffenen Sektionen ist mensch sich zudem uneins. Nach langem internen Hader folgt nun anscheinend eine Groteske. Oder ist dieser Umbruch ein Aufbruch in einen Neuanfang, hin zu einer zeitgemässen globalen gewerkschaftlichen Basisbewegung nach den Grundsätzen des Anarchosyndikalismus? Wir wollen die Lage und die Perspektiven mit aktiven FAUistas diskutieren - und mit evtl. anwesenden Mitgliedern anderer Sektionen der IAA . Vielleicht kann Berlin erneut zu einer Initialzündung einer frischen Bewegung beitragen, bei deren Anblick den NeoLiberalen das schadenfrohe Grinsen vergeht.
 
Sonntag 26.02. 20:00 DVD-Premiere: Doku: Off the Grid 
NL 2016, R.: Alexander Oey, OmU;
Ist dieses Amerika Trumps Amerika? Oder nur ein anderes Amerika? In der texanischen Staatshauptstadt Austin befasst sich Alex Jones, ein beliebter US-amerikanischer Radio-DJ, Blogger (InfoWars), mit den Themen Wasser- und Energieversorgung. Doch Jones ist auch ein berüchtigter Verschwörungstheoretiker. In einer anderen Kleinstadt liegt der Fokus weniger auf dem klischeehaften amerikanischen Traum vom ständig steigenden Wohlstand, sondern auf Nachhaltigkeit. Die Einwohner entwickeln einen ortsgebundenen Entwicklungsplan, der bewusst alle Konzepte von außerhalb ablehnt. Eine Region führt ihre eigene Währung ein, um die lokale Wirtschaft zu stärken. In der Krise obdachlos gewordene Menschen schließen sich in Zeltstädten zusammen und organisieren sich.
“Der Film begibt sich an verschiedene Orte in den USA auf der Suche nach Formen der örtlichen Autonomie im Angesicht der ökonomischen Krise. Es wird deutlich, dass die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte die individuelle Eigenständigkeit in weiten Teilen einem, wie jetzt klar wird, krisenanfälligen Weltmarkt geopfert hat. Überall, so scheint es, wollen Menschen bescheidener, aber dafür selbstbestimmter leben. Die wirklichen Alternativen für die Umwelt- und Wirtschaftskrise liegen auf lokaler Ebene, dies zeigt Off the Grid auf spannende Weise„. --Goethe Institut
Der Film des niederländischen Regisseurs Alexander Oey (Ein deutscher Terrorist -Die Geschichte des Hans-Joachim Klein) feiert seine Weltpremiere beim International Documentary Film Festival Amsterdam. 
 
 
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Mittwoch, 01.03. 20:00 Kickerturnier
Teams werden wie immer gelost, Einzelspieler_innen sind also willkommen, Kosten gibt´s keine (außer bei den Sportgetränken), für die Anmeldung müsstet Ihr aber spätestens 19:45 da sein, sonst garantieren wir für nix. 
 
Donnerstag, 02.03. 20:00 Kulturbühne: Kopfstand 
Der Kopfstand ist eine musikalische Chaos-Kulturbühne aus Berlin und eine einzigartige Mischung aus Stammtisch, Lesung, Konzert, Soap und Infotainment. Seit Februar 2015 erscheint jeden ersten Donnerstag im Monat eine neue Ausgabe, die live in der Baiz gelesen, gespielt und anderweitig vorgetragen wird.
Die fest verankerten Hauptcharaktere Jürgen, Martina, Anja sowie die beiden Elche Tom und Shadia stolpern seitdem durch Berlin, Sachsen und Nordkorea. Musikalische Untermalung bieten unter anderem Geige, Waschbrett, Kontrabass, Gesang und Gangster-Rap. Der Kopfstand ist auf dem Mist von Geigerzähler, Der Papst, seine Frau und sein Porsche und Sahara b. gewachsen. Infos unter http://kopfstand.blogsport.de/
 
Samstag, 04.03. ab 16:00 Trauerfeier für Herbert Mißlitz:
Die Beerdigung findet am 4. März 2017, um 12.00 Uhr, auf dem Alten St. Matthäus Kirchhof, Großgörschenstraße 12–14, 10829 Berlin, statt.
Ab 16.00 Uhr treffen wir uns im Baiz, Schönhauser Allee 26 A, 10435 Berlin.
 
Sonntag, 05.03. 17-19:30 Soli-Nähservice und Messerschleifen
Wir reparieren eure kaputten Klamotten für Soli (Kein Leder!)! - Für kurze Klingen müsst Ihr einen, für lange zwei Euro berappen. Wellenschliff (wie z.B. beim Brotmesser) ist nicht möglich, Scheren nach Augenschein. Geschärft wird mit Schleifstein und Abziehleder.
 
Sonntag, 05.03. 20:00 Film: Fegefeuer 
Estland/Finnland 2012, 117min., OmU, R.: Antti J. Jokinen, R.: Laura Birn, Liisi Tandefelt, Amanda Pilke, Kristjan Sarv, Krista Kosonen; 
Tallinn, 1992: Zara gelingt die Flucht vor ihrem Zuhälter. Die Zwangsprostituierte landet auf einem abgelegenen Bauernhof. Weder die alte, verbitterte Besitzerin Aliide noch das Mädchen wissen, dass sie miteinander verwandt sind. Doch dann ruft die verängstigte, geschundene Zara in Aliide verdrängte Bilder von ihrer Schwester und der Stalin-Ära wach… 
Sofi Oksanens literarischer Versuch, die Geschichte Estlands, die sowjetische Besatzung nach 1939 und die Nachkriegszeit aufzuarbeiten, wurde ein Welterfolg. Radikal, schonungslos und von verstörend poetischer Sogkraft wie die Romanvorlage ist auch die Verfilmung des Finnen Antti J. Jokinen ("The Resident"). Beklemmend realistisch, nichts für zarte Gemüter!
 
Mittwoch 08.03. 20:00 Andrea Hüber -  Rhone singt Claire Waldoff und olle Kamellen
Eine Hommage an Claire Waldoff, der Berliner Volkssängerin, wie sie sich selbst bezeichnete.
Andrea Hüber-Rhone, ehemals Sängerin bei der Punkband „Keine Ahnung“ singt diese Lieder gerne. Sie bezeichnet sie auch scherzhaft als „20er-Jahre-Punk“. In diesem Programm werden bekannte und weniger bekannte Stücke hauptsächlich von Claire Waldoff, aber auch einige andere Lieder aus dieser Zeit gesungen. Anton Wunderlich, ein wunderbarer Pianist begleitet mit viel Gefühl. Er spielt in diversen Jazz- und Swingbands unter anderem auch Posaune und Gitarre.
Ein Abend mit Altberliner Liedern, die in ihren Texten bis heute nicht an Aktualität verloren haben. 
Anschließend Feier zum Internationalen Frauentag mit Schwoof und Cocktails wie immer unter dem Baiz-Motto "all gender welcome"
 
Donnerstag 09.03. 20:00 Vortrag, Lesung und Diskussion: Die Räterepublik, Gustav Landauer und die Münchner CSU. 
Ein historischer und geschichtspolitischer Streifzug mit Dr. Rudolf Stumberger
Wer glaubt, die Vergangenheit ruht, der irrt. Geschichte ist kein abgeschlossener Prozess, sondern wird im Handgemenge von Historiographie und Erinnerungspolitik jeden Tag aufs Neue erschaffen. Dabei ist der Kampf um die Geschichte zugleich ein Kampf um Gegenwart und Zukunft. Diesem Motto folgend begibt sich der Autor des kritischen Stadtführers „München ohne Lederhosen“ (2016) auf eine Wanderung durch die Geschichte der Stadt. Im Mittelpunkt steht dabei der Umgang mit der Novemberrevolution 1918 sowie der Räterepublik und ihren Protagonisten, wie Gustav Landauer und Rudolf Egelhofer – leider ein klägliches Stück Erinnerungskultur.
Rudolf Stumberger ist habilitierter Soziologe, Journalist und Autor. Er ist aktiv im Arbeitskreis Denkmäler des „Plenum R“, das sich mit Veranstaltungen zum 100. Jahrestag der Revolution in München befasst. 
Der Abend wird veranstaltet von der Hellen Panke [https://www.helle-panke.de/] und der Gustav Landauer Denkmalinitiative [https://gustav-landauer.org/denkmal].
 
Samstag, 11.03. 20:00 Kneipenquiz: Straße der Besten
Straße der Besten ist eine Quizshow für Ratekollektive von 2-5 Leuten. Es gibt wie immer keine Teilnahmegebühr, dem zweiten und letzten Team winkt jeweils Perlwein, den Gewinnern dafür jede Menge Ruhm…
 
Sonntag, 12.03. 20:00 Film: Der Krieg meiner Tochter
BEL/FRA 2016, 93 min., teilweise OmU., R.&B.: Rachid Bouchareb, D.: Astrid Whettnall, Pauline Burlet, Patricia Ide, Abel Jafri, Bilal Aya, Bilal Boufatah, Consolate Sipirius, Faouzi Saichi; 
Die Belgierin Elisabeth Devolder reagiert als alleinerziehende Mutter sehr besorgt, als sie von den Behörden erfährt, dass ihre 18-jährige Tochter Elodie heimlich zum Islam konvertiert ist und in den Dschihad ziehen will. Mit der Unterstützung einer Freundin reist sie in die Türkei, wo Elodie – die sich nun Umsana nennt – zuletzt gesehen wurde. Per SMS teilt Elodie ihrer Mutter mit, dass sie zwischenzeitlich nach Syrien weitergereist ist. Mehrmals versucht Elisabeth daraufhin die Grenze nach Syrien zu überqueren, jedoch ohne Erfolg. In Syrien herrscht Krieg; die Grenzposten lassen nur humanitäre Hilfe ins Land. Zurück im türkischen Hotel in Hatay erfährt sie, dass Elodies kleine Reisegruppe von einer Drohne angegriffen wurde. Lediglich Elodie überlebte den Angriff. Elisabeth begibt sich umgehend in das Istanbuler Hospital, in das die Schwerverletzte eingeliefert wurde. Zu ihrem Entsetzen muss sie feststellen, dass Elodie sich weiterhin zu ihren Glaubensbrüdern hingezogen fühlt und keinerlei Bedürfnis verspürt gemeinsam mit ihrer Mutter heimzukehren.
 
Mittwoch, 15.03. Marx-is-muss? Die XIII Geht das revolutionäre Subjekt stiften?
Auch wenn Marx/ Engels nie von der „Historischen Mission der Arbeiterklasse“ geschrieben haben ist für den genuinen Linken mit Verweis darauf alles klar. Angesichts der aktuellen Legitimationskrise des Kapitalismus werden die an deren Leichentuch webenden revolutionären Volksmassen aufstehen und die bürgerliche Gesellschaft hinwegfegen. In Ermangelung eines absehbaren Termins konzentriert er sich auf dem langen Weg Schritt für Schritt ins Paradies solange auf allerhand Vorbereitungshandlungen: Es werden Rassisten und Faschisten geoutet, Tiere befreit, das Klima beschützt, gegendert und nach heftigsten Auseinandersetzungen der Buchstabe P für Pansexuell an das Akronym LBGTA angefügt. Dies scheint aber dem revolutionären Subjekt derzeitig überhaupt nicht zu interessieren. Statt sich so auf seine Historische Mission vorzubereiten laufen die Volksmassen „neuen“ rechten Bewegungen hinterher oder beauftragen wie in den USA gleich die Milliardäre mit der direkten Steuerung des Staates ohne bezahlte Politikerkaste. Eine „Rechte Revolution“?  Reale Gefahr eines „Neuen“ Faschismus? Nur ein Versagen der Linken? 
Zu Gast: Harry Grünberg
 
Donnerstag, 16.03. 20:00 Musikalische Lesung: ZwischenZeiten - M.Kruppe feat. Tilotanic 
Die Texte von M.Kruppe beginnen zu glühen, wenn er sich an eine mystische Erfahrung des Jetzt heranschreibt, immer wortwütiger und verzweifelter, weil sie sich einfach nicht fassen lässt. Er sitzt im Café und gibt den Fels im Arbeiterstrom, er trinkt im Garten und macht gute Miene zum Selbstbetrug der Spießer nebenan, er liegt am Lagerfeuer, betrunken von billigem Fusel. Und er spürt, wie die Grenzen der Realität durchlässig werden und er will es packen, dieses Etwas, das da gerade vor sich geht. Das Jetzt, die Wahrheit des Moments, das Gewahrsein, Jetzt, dieses Unbegreifliche, Unaufhellbare, Jetzt, wenn die Zeit weder kommt noch geht, Jetzt, dieses absolute Jetzt.
M.Kruppe liest seine Lyrik und Prosa nicht nur, er lebt sie. Durch seine Vielstimmigkeit einerseits und die Mischung aus Lesung und Performance andererseits bekommen die Texte eine Seele, eine Lebendigkeit, die imponiert. 
Tilotanik spielt schmutzigen Blues Punk und bedient dabei die E-Gitarre ebenso, wie Percussion-Elemente und Mundharmonika. Dem nicht genug, singt er auch noch. Zusammen ergibt das einen Sound, der an "Reverend Beat Man", "John Schooley" oder "Reverend Elvis" erinnert. Seine Songs bieten eine auflockernde Abwechslung zum gelesenen Wort. Stellenweise begleitet er die Textpassagen aber auch mit rauem Blues auf der Gitarre.
 
Sa. 18.03. 20:00 Konzert mit WOODLOOP - 
WOODLOOP Trancepunk/Tonkunst/Unplugged! live and acoustic concert by GUTS PIE EARSHOT,
nothing but a violoncello and a cajon set.
 
Sonntag, 19.03. 20:00 Film: Haewon und die Männer
KOR 2013, 85 min., OmU, R.: : Hong Sang-soo, D.: Lee Sun-kyun, Kim Ja-ok, Jane Birkin, Yoo Joon-sang, Jeong Eun-chae, Kim Eui-sung, Ye Ji-won;
Haewon hat einen Traum – Miss Korea zu werden und einen Mann zu finden, natürlich den Richtigen. Die junge Schauspielstudentin lebt eine turbulente On/Off-Beziehung mit ihrem Professor Seongjun, der aber Frau und Kind hat. Nach außen mutig und stark, innerlich jedoch unentschlossen und zerrissen, ist Haewon voller Gegensätze. Als ihre Mutter nach Kanada auswandert, treibt die Einsamkeit sie zurück in die Liaison, die sie so entschlossen beenden wollte. Bei einem Tête-à-Tête im Restaurant wird klar: Der Professor mit Machoallüren kann und will sich nicht entscheiden. Als Haewon den geschiedenen Professor Jungwon aus Kalifornien kennenlernt, der sie auf der Stelle heiraten würde, und auch Seongjun ihr vorschlägt, den Konventionen zu entfliehen und ein neues Leben zu zweit zu beginnen, muss wiederum sie sich entscheiden...
 
Mittwoch, 22.03. 19:00, A-Laden Experience (ALEx): Colon – 525 Jahre bowling for Columbine*
Kolumbus war zu seiner Zeit eher unter dem Namen Christobal Colon bekannt, nomen est omen, der erste Kolonist, besser Kolonisator Amerikas. Kaufmann und Glücksritter segelte er bekanntlich los um eine neue Passage nach Indien zu finden – was er fand waren die Leute, die man fälschlich Indios oder Indianer nannte, neuerdings Indigene. Von da an ballerten sich die bleichen Terrormilzionäre der europäischen Staaten von Gottes Gnaden durch die Jahrhunderte und massakrierten im Süden geschätzte 40 Millionen und im Norden 10 – da lebten einfach weniger. Auf beiden Amerikas beteiligten sich Indios-Indianer an Kriegen der Europäer untereinander und wechselseitig auch gegen die eigenen Stämme und Völker.
Mit dem Jahr 1992, dem 500. Jahrestag der „Entdeckung“ durch die „Weißen Götter“ formierte sich das Selbstbewußtsein der Indigenen neu. Heute gibt es einen transkontinentalen Kongress der „1st Nations“, nach 100 Jahren wieder indigene Präsidenten in Südamerika und erstmalig eine von der Basis bestimmte Präsidentschaftskandidatin in Mexico, der lebendige Gegenentwurf zu Dick Duck Trump.
 
Donnerstag, 23.03. 20:00 Beleuchtung & Widerstand Part III: Wer ist „wir“? - Der Kampf um Identität
ÖsterreicherIn, EuropäerIn, Mensch. Was sagt unsere Identität über uns und über die Gesellschaft, in der wir leben aus? Was steckt hinter Konzepten wie Nation und Volk? Wofür brauchen wir sie? Ab wann richten sie Schaden an? Was macht eineN echteN ÖsterreicherIn aus? Kann man eineR werden oder wird man als solcheR geboren? In drei Videofilmen wird dieser und ähnlichen Fragen nachgegangen. DAS BÜNDNIS FÜR MENSCHENRECHTE & ZIVILCOURAGE, dem der Journalist Yilmaz Gülüm mit seinen Gästen Robert Menasse - Schriftsteller, Ruth Wodak -Sprachwissenschaftlerin und Carla Amina Baghajati, der Frauenbeauftragten der islamischen Glaubensgemeinschaft, angehören. Zusammen sinnieren sie über eigene und andere Identitäten; analysieren österreichische Vorder- und migrantische Hintergründe; hinterfragen Konzepte von Zugehörigkeit und demaskieren vielleicht die eine oder andere Machtstruktur. Danach folgt: „eine kurze Geschichte des Kopftuchs, oder wie eine Kopfbedeckung zum Hassobjekt wurde.“ Anschließend Diskussion mit Gästen.
Hier noch ein Aufruf zur kreativen Mitarbeit, für den Slogan „mein Kopf gehört mir“ suchen wir noch passende Grafik, Piktogramm, oder dergleichen, die dazu geeignet sein sollten auf Plakat, flyer, Bag oder T-Shirt gedruckt zu werden. Also Stifte raus und entwerfen, darüber welcher gedruckt wird stimmen wird dann ganz demokratisch ab, beim Part IV von B&W, bitten senden an L-Fee@gmx.de. 
 
Samstag, 25.03. 19 Uhr Schauspiel des Tallercitos (auf Spanisch mit deutscher Untertitelung)
Frauen, Fragmente, andere Fabelwesen
Einige Themen sind definitiv grösser als jede Bühne, sogar die des BAIZ; was wir Theatermenschen dann machen, ist, eine Miniatur davon sorgfältig zu erzählen, damit sie uns nicht in den Händen explodiert. Tallercito präsentiert im März einen Abend mit Frauentexten bzw. mit Texten über die Frau: Fragmente von Angélica Liddell (Schneewittchen), Italo Calvino (Die unsichtbaren Städte), Juan Gelman und aus der oralen Erzähltradition des Magrebs. Bewegungs- und Texttheater auf der Suche nach Fabel, Realität und Wechselwirkungen.
Mit: Adriana Barrera, Jorge A. Suárez, Felipe Orobón
Musik:  Stefan Daskalos
www.tallercito.de
 
Sonntag, 26.03. 20:00 Film: Dual - Zu zweit
DK/Slo/BRD 2013, 90min., OmU, R.: Nejc Gazvoda, D.: Nina Rakovec, Mia Jexen, Jure Henigman, Natasa Barbara, Tilen Lapajne; 
Tina lenkt einen gecharterten Shuttlebus - nach einem Flugausfall am Airport soll sie gestrandete Passagiere zu einem Hotel in Ljubljana bringen. Unter den Reisenden ist auch die junge Dänin Iben. Die ist überhaupt nicht müde und bittet Tina um eine kleine Stadtrundfahrt. Schnell ist klar, dass die jungen Frauen Gefallen aneinander finden. Die beiden jungen Frauen haben sich viel zu erzählen, aber so wie Tina ihre sexuellen Wünsche Iben gegenüber nur in Slowenisch vorbringen kann, kann Iben Tina nur auf Dänisch von ihrer Situation erzählen. Und dennoch verstehen sie sich - irgendwie. 
Liebe kennt keine Sprachbarrieren: "Dual - zu zweit" erzählt die Liebesgeschichte zweier Menschen in Europa, die sich begegnen, als sie sich nicht hätten begegnen sollen, und die doch glücklich sind, dass es passiert ist.
Nejc Gazvoda wurde 1985 in Slowenien geboren. Früh begann er, Kurzgeschichten zu schreiben, es folgten ein Theaterstück und drei Romane. Dafür wurde er mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet. Gazvoda gilt in Slowenien als einer der wichtigen Schriftsteller der jungen Generation. 
 
Dienstag, 28.03. 19:00 SCHAUNWAMA... wie der heutige Abend wird!
Unter diesem Motto veranstalten wir alle zwei Monate unsere eintrittsfreie Künstlerbühne.
Musiker, Singer-Songwriter, Schauspieler, Poetry Slamer und andere Kreativköpfe sorgen für einen gemeinsamen, abwechslungsreichen Abend. Unser Augenmerk liegt insbesondere auf die Aufhebung des Wettbewerbgedankens. Kunst ist nicht vergleich- und bewertbar, sondern – wie oft vergessen wird – zum Genießen, zum Reflektieren. Diesen Rahmen möchten wir gern geben! Künstler machen einfach, was sie am besten können: die Bühne okkupieren und Menschen verzaubern.
 Trotz freiem Eintritts freuen sich alle Mitwirkenden allerdings über Spenden des Publikums die wir zu 100% an die "Rahma humanitarian foundation" weiterleiten, eine syrische Hilfsorganisation, welche die Menschen im dortigen Kriegsgebiet mit dem Nötigsten versorgt.
Wer als Künstler mitwirken will, kann sich jederzeit bei uns melden:
mail.schaunwama@gmx.de oder Facebook: Schaunwama - die Künstlerbühne in der Baiz
 
Mittwoch, 29.03. 19:00 A-Laden Experience (ALEx): Die Alternativ- und Kommunebewegung: Schwierigkeiten, Probleme und Optionen
Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung stehen die Betrachtungen der Feministin Gisela Notz zur Genese der Geschichte und Utopie der alternativen Wirtschaft. Vorreiter derselben waren Kropotkin, Landauer und die weniger bekannte Anarchistin Margarethe Hardegger. Seit den 1970er Jahren bis heute entwickelte sich eine breite Bewegung als Alternative zum Bestehenden Konsumkapitalismus. Die FAU (Freie Arbeiter*innen Union) bemüht sich, föderative gewerkschaftlich organisierte Kollektive aufzubauen. Doch bekanntlich ist es schwer auf „Halbinseln“ im kapitalistisch-neoliberalen Haifischbecken zu existieren. Doch was sind die Unterschiede zwischen alternativen Kollektiven und kapitalistischer Wirtschaft, die gerne libertäre Entwicklungen von unten aufgreift, die sich als profitträchtig erweisen könnten? Ist Kollektivismus nur fatale Sysiphos-Arbeit? Beispiele wie die Selbsthilfe nach dem Crash in Argentinien geben Mut. Auch eine kleine Wanderhütte mit FAUD-Hintergrund, die Bakuninhütte, kann Übungspotential für die erstrebte alternative Gesellschaft bieten. Lokale und globale Vernetzung, mit Flüchtlingen und Dagebliebenen, mit Marginalisierten und Aussteiger*inne*n eröffnet neue Perspektiven und vermittelt andere Erfahrungen und Einsichten. Etwas Besseres als der Kapitalismus sollte sich wohl finden lassen. Das ist keine Utopie, sondern Gewissheit aus der Kenntnis der globalen (Sozial)Geschichte.
 
Donnerstag, 30.03. 20:00 Buchpremiere mit Anne Hahn:  „Das Herz des Aals“ 
Anne Hahn stellt ihren neuen Roman vor. Nachdem sie über Punk in der DDR (mit Frank Willmann: „Satan, kannst du mir noch mal verzeihen, Otze Ehrlich, Schleimkeim und der ganze Rest“, Ventil 2008), ihre eigene Flucht- und Familiengeschichte („Gegenüber von China“, Roman, Ventil 2014 und „DreiTagebuch“, Roman, Ventil 2014) geschrieben hat, entwickelt sie in „Das Herz des Aals“ ein phantastisches Berlin-Panorama auf mehreren Zeitebenen. 
Ein Berliner Zirkusdirektor reist im Jahr 1900 in die Südsee und sucht ein Wesen, halb Fisch, halb Frau. 16 Jahre später inszeniert sein Zirkus die legendäre Wasserpantomime „die versunkene Stadt“. Zwischen dem Zirkusdirektor und der jungen Statistin Charlotte beginnt eine Liebesgeschichte, die vom wilhelminischen Deutschland bis in das heutige Berlin reicht. Die deutsche Kolonialgeschichte und ein Haus im Berliner Wedding an einem heißen Sommertag 2013 – sind Koordinaten des Romans. Das goldene Zeitalter des Zirkus zwischen Vaudeville und hoher Unterhaltungskunst wird mit literarischer Akrobatik zu neuem Leben erweckt.

 

Februarheft zum Download in magenta-schwarz - natürlich mit BAIZ-Wort-Rätsel
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