Veranstaltungen im BAIZ

 

 

Dienstag, 23.05. 19:00 SCHAUNWAMA... wie der heutige Abend wird!

Unter diesem Motto veranstalten wir alle zwei Monate unsere eintrittsfreie Künstlerbühne.

Unser Augenmerk liegt insbesondere auf der Aufhebung des Wettbewerbgedankens. Kunst ist nicht vergleich- und bewertbar, sondern – wie oft vergessen wird – zum Genießen, zum Reflektieren. Diesen Rahmen möchten wir gern geben! Künstler machen einfach, was sie am besten können: die Bühne okkupieren und Menschen verzaubern.

 Trotz freiem Eintritts freuen sich alle Mitwirkenden allerdings über Spenden des Publikums die wir zu 100% an die "Rahma humanitarian foundation" weiterleiten, eine syrische Hilfsorganisation, welche die Menschen im dortigen Kriegsgebiet mit dem Nötigsten versorgt.

Wer als Künstler mitwirken will, kann sich jederzeit bei uns melden:

 

Mittwoch, 24.05. 19:00 A-Laden Experience (ALEx): Wie frei macht der 8. Mai? - Keine Befreiung vom Nazismus seit 1945

Wer NUR feiert hat verloren! Zum Feiern wäre ergänzend angesagt: DENKMAL! Es gäbe mehr zu betrauern als zu bejubeln. 100 Jahre nach der Oktoberrevolution sind weder Faschismus noch Stalinismus tot, die meisten Verbrechen ungesühnt geblieben. Immer noch herrschen Mythen vor. Historische Tatsachen, die bis ins Heute wirken, werden verdrängt oder niedergelogen. Bittere Wahrheiten gibt es nur bröckchenweise, schlimmer noch: sie interessieren niemanden mehr. Naziverbrechen in Griechenland werden zurecht angeprangert - die blutige Zerschlagung der linken Widerstandsbewegung ELAS, die Griechenland selbst befreit hatte, durch britisches Militär 1944 während der Endphase des Krieges danach und mit Duldung Stalins ist vergessen. Polens Unterwerfung. Der Transport russischer Lager-Befreiter in die Gulags. Der Verrat der Westalliierten an Spanien 1945 bis zu Francos Tod 1976. Die Auslieferung der deutschen Jugend an alte Nazichargen im Kalten Krieg. Die verhinderte Restituierung und Wiedergutmachung an Millionen Naziopfer bis über deren Tod hinaus und bis heute. Verhinderte Sozialisierung und Demokratisierung. Schutz und Indienstnahme von Naziverbrechern. Die Diskriminierung des antifaschistischen Widerstandes, der Deserteure, der Edelweißpiraten als Vaterlandsverräter und Banditen bis fast zur Jahrtausendwende. Das Verschwindenlassen der Erinnerungsorte. Der perfekte Mythos vom „vorbildlichen Aufarbeiten des Nazismus“... WAR DAS BEFREIUNG ? Wir reden Tacheles.

 

Donnerstag, 25.05. 20:00 Beleuchtung & Widerstand Part IV

Was macht das „wir“ mit mir? Identität, singulär, säkulär oder anders?

BerlinerIn, EuropäerIn, Möchtegern Weltbürger... auf vielfachen Wunsch widmen wir uns unter Berücksichtigung anderer Aspekte noch einmal diesem Thema:Was sagt unsere Identität über uns und über die Gesellschaft in der wir leben aus? Was steckt hinter Konzepten wie Nation und Volk? Wofür brauchen wir sie? Ab wann richten sie Schaden an? Was macht eineN echteN ÖsterreicherIn aus? Kann man eineR werden oder wird man als solcheR geboren? In zwei weiteren Videofilmen wird diesen Fragen vom DAS BÜNDNIS FÜR MENSCHENRECHTE & ZIVILOCURAGE nachgegagen, Doron Rabinovici ist ein israelisch-österreichesr Schriftsteller und Historiker, der seit 1964 in Wien lebt und Kenan Dogan Güngör, Soziologe und Experte für Integrations- und Diversitätsfragen. Wir diskutieren im Anschluss mit Podiumsgästen ( werden noch im Web bekanngegeben) .

3. & letzter Aufruf zur Mitarbeit, für den Slogan „ mein Kopf gehört mir“ suchen wir noch Entwürfe, Bild, Grafik, Piktogramm, oder dergl. Die sich eignen auf Plakat , Flyer, Bag oder T-Shirt gedruckt zu werden. Bevor etnschieden wird was davon in den Druck geht gibt es im sommer eine Ausstellung im Baiz mit allen Exponaten. Also Stifte raus und entwerfen, bitten senden an L-Fee@gmx.de.

 

Sonnabend, 27.05. 19:00 Schauspiel des Tallercitos:  El elevador / Der Mann im Fahrstuhl

Phantasie nach einem Text von Heiner Müller

Warum habe ich in der Schule nicht aufgepasst. Oder die falschen Bücher gelesen: Poesie statt Physik. Die Zeit ist aus den Fugen…

Im legendären Fahrstuhlmonolog aus Der Auftrag wird seit nun fast 30 Jahren der tragische Held aus den Warteräumen der Macht in die kahle Welt gespuckt ohne ihm vorher ein klares Ziel zu geben. Die Reise ist zwar sehr preiswert, ihre Konsequenzen jedoch durchaus unerwartet …

Mit:  Jorge A. Suárez, Felipe Orobón

Musik:  Stefan Daskalos

Spanisch mit deutschen Untertiteln

 

Sonntag, 28.05. 20:00 Stauffenberg

BRD/Österreich 2004, 90 min., R.: Jo Baier, D.: Sebastian Koch, Ulrich Tukur, Hardy Krüger jr., Nina Kunzendorf, Axel Milberg & Olli Dittrich als Goebbels;

Spoileralarm: Mit dem Ruf "Es lebe unser heiliges Deutschland" auf den Lippen stirbt Claus Schenk Graf von Stauffenberg in der Gewehrsalve eines Wachbataillons des Bendlerblocks schon zu Beginn des Films. Anschließend wird in Rückblenden die Entwicklung Stauffenbergs vom jungen, begeisterten Offizier zum überzeugten Widerständler und Hitler-Attentäter gezeigt. Frisch verlobt, kann er sich anfangs am Anblick des neuen Reichskanzlers Hitler begeistern. Seiner Frau schreibt er noch staatstragende Briefe vom Polenfeldzug. In einem sinnlosen Rückzugsgefechte in Tunesien wird er schwer verletzt und verliert ein Auge, die rechte Hand und zwei Finger der linken. In ihm wächst die Überzeugung, dass Hitlers Treiben ein Ende bereitet werden muss...

Die lebendige Verfilmung ist nicht zuletzt wegen der hervorragenden Schauspieler_innen sehenswert, auch wenn statt mit historischer Präzision des öfteren mit fiktiven Elementen (es gab z.B. keine Verlobung S. in Anwesenheit des "Führers" in Bayreuth) gearbeitet wird. Bester Film beim Deutschen Fernsehpreis;

 

Dienstag, 30.05. 19:00 LIEBE DENKEN

Dr. Daria Gabriel sagt der Krankheit "Liebe" - im Krankheitsregister der WHO als Code F63.9 notiert - den Kampf an. Ihr medizinisches Aufklärungsseminar wird zudem musikalisch untermalt von keinem Geringeren als dem Chansonisten Karl Neukauf. Und schnell wird klar, warum...

In einem musikalisch-furiosen Drei-Akter über die Verkopftheit unserer Gesellschaft in Sachen Liebe durchleben die beiden Protagonisten das Glück und Unglück einer "Vielleicht"-/"Ja-bitte"-/"Nie-wieder"-Partnerschaft. Beziehungsstatus: kompliziert.

 

Mittwoch, 31.05.19:00 Buchpremiere: Norbert „Knofo“ Kröcher: K. und der Verkehr. Erinnerungen an bewegte Zeiten Erster Teil: 1950 – 1989

Herausgegeben von Bert Papenfuß für Rumbalotte Prenzaluer Berg Connection e. V.

Autobiographie eines rundum Tätigen. In einer Kurzvita beschreibt er sich folgendermaßen: „Norbert Erich Kröcher, genannt Knofo, geboren 1950 in Berlin-Falkensee, aufgewachsen in 44 & 36. Zahlreiche Auslandsaufenthalte in Stockholm, Paris, London, Prenzlauer Berg und diversen Hochsicherheitstrakten in Westdeutschland. Sitzenbleiber & Fernmeldelehrling, Berufsverbotener & Weltreisender, Gammler & Haarspalter, Buchhändler & Lagerarbeiter, Gabelstaplerfahrer & Spartenhistoriker, Haschrebell & Vermessungsgehilfe, Fließbandarbeiter […] Hühnerhalter & Katzenhüter, Bus-Chauffeur & Freiwillige Feuerwehr, Erzähler & Trinker, Raucher & Frauenopfer, Europareisender ohne festen Wohnsitz & fast Besitzloser, Verschenker & Teiler, Nachdenker & Tagträumer: Anarchist.“ Am 16. September 2016 wählte er den Freitod.

BasisDruck Verlag, ca. 520 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Hardcover, Schutzumschlag, ca. 26 Euro.

 

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Sonntag, 04.06. 17-19:30 Soli-Nähservice und Messerschleifen

Wir reparieren eure kaputten Klamotten für Soli (Kein Leder!)! - Für kurze Klingen müsst Ihr einen, für lange zwei Euro berappen. Wellenschliff (wie z.B. beim Brotmesser) ist nicht möglich, Scheren nach Augenschein. Geschärft wird mit Schleifstein und Abziehleder.

 

Sonntag 04.06. 20:00 Kein Abschied, nur fort
DEFA 1991, 105min., R.: Joachim Tschirner, Lew Hohmann, Kamera: Gunter Becher;

Der Film entstand unter dem Eindruck der Massenabwanderung von DDR-Bürgern über Ungarn im Sommer 1989. Sie gingen ohne zurückzuschauen, ohne Abschied. Die Filmemacher Lew Hohmann und Joachim Tschirner trafen zwei Wochen vor Öffnung der Mauer mehrere dieser Flüchtlinge in einem bayerischen Erstaufnahmelager. Vor der Kamera sprechen sie von ihren Beweggründen, ihren Ängsten und Hoffnungen und von den ersten Erfahrungen in der noch fremden, neuen Heimat. Zwei Jahre lang begleiten die Filmemacher die Familien auf ihrem Weg in ein neues Leben. Am Ende dieser Zeit sind zwei von ihnen wieder zu Hause in der - nun ehemaligen - DDR.
 

Mittwoch, 07.06. 20:00 Kickerturnier

Teams werden wie immer gelost, Einzelspieler_innen sind also willkommen, Kosten gibt´s keine (außer bei den Sportgetränken), für die Anmeldung müsstet Ihr aber spätestens 19:45 da sein, sonst garantieren wir für nix. 

 

Donnerstag, 08.06. 20:00 Release des Zweifels: Gegen die Zeit des hirnlosen Spektakels

Die Zeitschrift Zweifel steht gegen die groß angelegten Betrügereien, die den Aktivisten des Betrugs meist nicht einmal bewusst sind – egal ob sie sich unter dem Mantel der Verheißung von Freiheit, Erlösung, Glück, Harmonie oder gar Abenteuer in die Gehirne schmeicheln. Dabei bewegt sich Zweifel auf allen Gebieten und bedient sich aller Methoden, die der jeweilige Produzent beherrscht oder zu beherrschen sucht. Die Zeitschrift sieht sich als Versuch der Sammlung von Menschen, die radikal und konstruktiv alles in Frage stellen, was als „selbstverständlich“ propagiert und von den meisten Menschen auch so angenommen und in die Tat umgesetzt wird. Zweifel ist ein Experiment, mit dem Ziel – die Überwindung der vielen Menschen inhärenten Trägheit vorausgesetzt – einen dynamischen Prozess in Gang zu setzen.

Bis jetzt stehen für den Zweifel: Rembert Baumann, Ralph Gabriel, Andreas Hansen, Alexander Krohn, Bert Papenfuß, Kai Pohl, Julia Sohn-Nekrasow, Rainer Weber und Frank Vögele.

 

Sonntag 11.06. 20:00 Neue Heimat Flüchtlingslager
Frankreich 2015, 75 min., Regie: Anne Poiret;
Dem "Volk" der Unerwünschten gehören weltweit rund 17 Millionen Menschen an: Vertriebene, Flüchtlinge und Migrant_innen leben am Rande der Nationalstaaten. "Refugistan" liegt in der Rangliste der bevölkerungsstärksten Länder auf Platz 60. Hier leben die, die keiner will, unter der organisatorischen Aufsicht der Verwaltungskrake UNHCR und mit Unterstützung der großen NGOs. Gemeinsam wachen sie darüber, dass die Lebensbedingungen in den Camps bei aller Absurdität zumutbar bleiben. "Neue Heimat Flüchtlingslager" vermittelt einen erschütternden Eindruck vom Alltag in diesen künstlichen Städten. Zum Beispiel in Tansania, wo sich Zehntausende Burundier an ihr neues Leben gewöhnen müssen. Oder in Dabaab, Kenia, wo seit 25 Jahren mitten in der Wüste das 
weltweit größte Lager liegt, von humanitären Hilfskräften "Das Monster" getauft. Und in Jordanien, wo das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR im Camp Asrak für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge neue Infrastrukturen austestet. Nicht zu vergessen Idomeni an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien, das erst vor kurzem aufgelöst wurde. Eine ernüchternde Reise in eine zwiespältige Parallelwelt: nicht Stadt und nicht Gefängnis, nicht abgeriegelt, aber auch nicht offen. In der  Theorie sind Flüchtlingslager eine provisorische Auffanglösung aber in der Praxis verbringt ein Flüchtling durchschnittlich 17 Jahre seines Lebens dort.

Dienstag, 13.06. 20:00 legraph Release: Sonderausgabe zum 80. Jahrestag des Spanischen Krieges 1936-39“

1936 putschten Teile des spanischen Militärs gegen die Republik. Der Putsch scheiterte am Widerstand von AnarchistInnen, SozialistInnen, KommunistInnen, RepublikanerInnen. Es begann der Spanische Krieg, in dem auch Nazi-Deutschland und das faschistische Italien eingriffen. Er endete 1939 mit dem Sieg der Putschisten, gefolgt von einer Diktatur, die bis 1975 andauerte. Unsere Erinnerung gilt dem Widerstand und der Sozialen Revolution. Zur „Tragödie der Freiheit“ gehört, dass am Ende die Rechten gesiegt haben, aber auch, dass die für die Freiheit Kämpfenden miteinander in Konflikt gerieten. Erinnern heißt also auch: an Fehler erinnern, an Uneinigkeit, an eingelöste Versprechen und offene Fragen.

Als Brücke in eine mögliche Diskussion werden persönliche Aneignungsberichte zum Thema von Gerhard Hanloser und anderen Autoren vorgetragen.

Die Sonderausgabe enthält alle Texte & viele Bilder einer Ausstellung, die seit 2016 zu sehen ist. 

Nächster Ausstellungsort: Linke Buchtage Berlin, Mehringhof, 16.-18. Juni

 

Mittwoch, 14.06. 19:00 A-Laden Experience (ALEx): ARBEIT 4.0

Der Dampfmaschine, Industrialisierung, dem Fordismus usw. folgt heute die vierte Stufe der Entwicklung: die „intelligente Fabrik“. Aktuell „basteln“ Konzerne wie Google und VW am autonomen Automobil; im Verkehrsministerium plant man schon für den automatisierten Gütertransport – ohne die meisten der jetzt 700.000 Beschäftigten der Lastkraft-Branche. Autos fahren bald autonom in die (Roboter-)Werkstatt, wenn Wartung angesagt ist, eBatterien gewechselt werden sollen. Bill Gates träumt schon lauthals vom „reibungslosen Kapitalismus“. Und die Kommunard*inn*en vom Luxus-Anarch@-Kommunismus. Die Entwicklung ist in vollem Gang, ohne dass die meisten „Normalverbraucher*innen“ Ahnung davon hätten. Die ersten menschenleeren Fabrikhallen sind schon in Betrieb (Telsa) oder in Planung, sogar bei Startups (with a little help by SIEMENS & Co.). Aber es gibt noch ein paar Hürden, über die wir sprechen müssen. Denn wie sagte im Orwell-Jahr 1984 der alte Anarchosyndikalist Augustin Souchy: „Die Anarchie ist das Fernziel der Menschheit.“ Oder ist das arbeitslose Leben doch näher als wir dachten? Doch der Kapitalist träumt schon nicht mehr, er handelt und baut: Roboter kosten nur ca. 10% des Fachrabotniks. Auch in China.

Werden die „freigesetzten“ beschäftigungslosen zwei Drittel dann alle Servicekräfte, Wehr- und Wachpersonal beim Wohl habenden Drittel?

 

Samstag, 17.06. 20:00 Kneipenquiz: Straße der Besten

Straße der Besten ist eine Quizshow für Ratekollektive von 2-5 Leuten. Es gibt wie immer keine Teilnahmegebühr, dem zweiten und letzten Team winkt jeweils Perlwein, den Gewinnern dafür jede Menge Ruhm…

 

Sonntag 18.06. 20:00 Dokumentation: Meine Flucht
Der Dokumentarfilm „My Escape / Meine Flucht“ ist eine Montage aus (Handy-)Videos von Flüchtlingen, die ihre lebensgefährliche Flucht nach Deutschland selbst kommentieren. Hunderttausende von Menschen fliehen nach Deutschland. Hinter ihnen liegen Bürgerkrieg und Verfolgung. Auf der Suche nach Sicherheit begeben sie sich auf eine lebensgefährliche Reise. Für viele dieser Flüchtlinge ist das Mobiltelefon ein unverzichtbares Mittel zur Organisation ihrer Flucht, zur Kommunikation mit anderen, die schon unterwegs sind oder denen, die zurückbleiben mussten. Das Handy leistet Fluchthilfe und ist Mittel zum Überleben. Doch darüber hinaus ermöglicht es den Menschen, Bilder aus der Heimat festzuhalten und ihre riskante Route zu dokumentieren – und all das ins Netz zu stellen. Im Handy gespeichert sind Erinnerungen an das Zurückgelassene und Szenen der Fluchtstationen. Über die sozialen Netzwerke werden diese Videos geteilt. Im Netz kursieren zahllose Clips – gedreht nicht aus sicherem Abstand, sondern aus unmittelbarer Nähe. 
Der Dokumentarfilm „My Escape / Meine Flucht“ hat solche Fluchtgeschichten gesammelt: Immer wieder geht es um die Ausweglosigkeit in der Heimat, den Abschied, die gefährlichen Zwischenstationen auf der Flucht, die ersehnte Ankunft in Deutschland und schließlich die ersten Eindrücke hier. Der Montage-Film lässt die Flüchtlinge selbst sprechen: Sie kommentieren ihr Filmmaterial in ausführlichen Interviews. So entsteht ein eindrückliches Bild aus nächster Nähe – von Menschen, deren Verzweiflung sie nach Europa treibt, ungeachtet aller Gefahren. 
Originalton mit Untertiteln.

Dienstag, 20.06. 20:00 Gerd Schönfeld: Ein Cello im Berufsverkehr.

Briefe an Onkel Karl 1961/62. Band 2.

Mit einem Nachwort von Wolfgang Engler und Fotos von Lorenz Kienzle. BasisDruck Verlag, Edition Torpedokäfer, Band IV. Hardcover, 200 Seiten. ISBN 978-3-86163-156-9, 18.00 EURO.

Nach dem Erfolgstitel „SCHACKELSTERN flogen spät durch milde Lüfte, oder: Der Klassenfeind ist unter uns“ setzt Gerd Schönfeld mit diesem zweiten Band seine Kindheitserinnerungen an das Ostberlin der Nachkriegszeit fort – nunmehr mit Geschichten nach dem Mauerbau.
„Die Briefe, die der 13jährige Franz seinem 'Onkel Karl' schreibt, kreisen um eine Zäsur, die den Einwohnern Ostberlins tiefer unter die Haut ging als anderen irgendwo sonst im nunmehr schroff geteilten Land … Die semidokumentarische Sammlung ist auch für Zeitgeschichtler, für Ethnologen und Soziologen aufschlußreich. Sie handelt vom Alltag und widerspricht zugleich dem landläufigen Verständnis von 'Alltag' als Inbegriff vom großen Ganzen abgrenzbarer Praktiken, die routiniert vonstatten gehen. Dieser Alltag fand in der DDR weder vor noch nach 1961 statt. Gestörte Routinen bestimmten die Tagesordnung im Arbeitsleben so gut wie beim nächsten Einkauf um die Ecke.“
Wolfgang Engler, aus dem Nachwort

 

Mittwoch, 21.06. 19:30 Marx – is mus ? Die XVI. „Die Angst der Machteliten vor dem Volk“

„Herrschaft ist der Zwang eines fremden Willens, den wir aufgrund unserer Lage dauerhaft akzeptieren...Die Unterwerfung fremden Willens ist Voraussetzung des Herrschaftsverhältnisses.“ schrieb Marx im vorletzten Jahrhundert und analysierte deren politökonomischen Grundlagen. Die Techniken zur freiwilligen Unterwerfung unter den Herrschaftswillen variieren seit dieser Zeit. Der Kieler Psychologe Prof. Dr. Rainer Mausfeld hat sich in einem vielbeachteten Vortrag mit diesen Techniken auseinandergesetzt und beschreibt, wie der Gegensatz von ‚Volk‘ und ‚Elite‘ als Fundament der gegenwärtigen Vorstellungen von ‚Demokratie‘ durch Soft Power-Techniken gemanagt wird. Für die Oberversteher natürlich Verschwörungstheorie(n).

Wir schauen uns diesen Vortrag als Video an und wollen uns danach darüber austauschen, wieviel Verschwörung dran ist.

 

Donnerstag, 22.06. 20:00 Recht auf Stadt II

Streetart als Mittel der Rückeroberung des öffentlichen Raums, in Theorie und Praxis. Anhand von Filmbeispielen wird gezeigt wie mensch den öffentlichen Raum von hässlichen Hakenkreuzen befreien und an deren Stelle ganz anders entstehen lassen kann, wie mittels Streetart die vermeintliche in Besitznahme durch Gentrifizierung in Frage gestellt wird und die Stadt zur optischen Fläche für Proteste gegen die drei Grundpfeiler des Kapitalismus Konsum/ Kaufkraft/ Konkurrenz genutzt werden kann. Insbesondere auch in Zeiten der Wahlkämpferei... Und damit das nicht nur theoretisch greifbar wird versuchen wir es gleich konkret, vorerst mit Stift und Papier...

 

Sonntag 25.06. 20:00 A Little Sun
Österreich 2007, 17min., OmU, R.: Alfouz Tanjour, D.: Alisar Kaghdo (Luna), Amin Abas (Osama);
Gerne ziehen sie zusammen durch die Straßen, in der es nach frisch gebackenem Brot und blühendem Jasmin duftet, und streiten sich darüber, ob sie in einer schönen Stadt leben. Doch allmählich wird das politische Klima rauer. Eines Tages plakatieren sie auf einem ihrer Streifzüge die 
Wände mit Flugblättern, deren Aufdruck brisant ist…
Alfouz Tanjour, Jahrgang 1975, wurde in der syrischen Stadt Salameih geboren. In Moldawien studierte er an der Kunsthochschule Regie. Seitdem ist er als Filmemacher tätig und drehte unter anderem ein gutes Dutzend Dokumentationen für den Dokumentarkanal von Al Jazeera. 2013 realisierte er seinen ersten Spielfilm „Wooden Rifle“.

Sonntag 25.06. 20:30 Kinder des Lichts
Tür/BRD/SYR 2016, 60min., OmU, R.: David Ruf, D.: Noor Khaisoon, Najm Edden Al Kasem, Jawa Al Kasem, Khaled Tlas, Mulham Almostafa, Walid Dabak, Layla Housin 

Raisa ist ein elf Jahre altes Mädchen, das in einem Dorf in einem Kriegsgebiet lebt. Nachdem ihr Vater verschwunden ist, erfindet sie das „Land des Lichts“ – einen imaginären Ort, an dem sich alle Wünsche und Träume erfüllen. Als ihre Großmutter umgebracht wird und sie mit ihrem kleinen Bruder allein ist, macht sie sich auf, diesen Ort zu suchen. Jedes Kind, dem die Geschwister begegnen, nimmt Raisa mit und erzählt ihm von diesem Ort, an dem alle Menschen gleich sind, egal welcher Gruppe oder welcher Religion sie angehören. In diesem friedlichen Land können die Kinder ohne Sorgen spielen, und die Eltern kümmern sich um ihre Kinder. Während die anderen Kinder anfangen, an ihre Prophezeiung zu glauben, und ihr auf die gefährliche Reise folgen, muss Raisa lernen, dass diese Welt nicht existiert. Und die einst geeinte Gruppe von Freunden wird schließlich mit der Dunkelheit, dem Misstrauen und der Angst konfrontiert, die ihre gemeinsame Reise scheitern zu lassen drohen.

 

Dienstag, 27.06. 20:00 Lesung mit Detlef Scheffen Buchvorstellung: Ostkreuzzüge

Abenteuerlust, Neugier und das Gefühl, in Ostberlin näher an der Wirklichkeit zu sein als in Westdeutschland, bringen den Autor 1991 erst nach Lichtenberg, dann nach Friedrichshain. Dort erlebt er dann die schleichende Eroberung der fremden Welt durch seine eigene, die er eigentlich hinter sich lassen wollte. Dieser Wandel und der vielseitige Widerstand dagegen äußern sich in Alltagssituationen, Einzelschicksalen, mitunter auch in bestimmten Objekten (Maschinen, Puppen etc.), die über Nacht erscheinen und das Bild der Stadt verändern. Dabei ist vor allem der ungeheure Baueifer prägend, auf den man allerorten trifft und der thematisch wie ein roter Faden die

Texte durchzieht. Diese, zum größten Teil in den 90er Jahren entstanden, vermitteln so einen besonderen poetischen Blick auf die Stadt und diese Dekade.

Detlef Scheffen, geboren 1963 in Bonn, Studium in Toulouse (1984 – 1989) und Bonn, lebt seit 1991 in Berlin, erst in Lichtenberg, dann ab 1993 in Friedrichshain, verheiratet, drei Kinder, Lehrer, Veröffentlichungen in verschiedenen literarischen Zeitschriften und Anthologien.

 

Mittwoch, 28.06. 19:00 A-Laden Experience (ALEx): Was ist eigentlich Anarchismus?

Einführung in die politische Theorie und Praxis.

Anarchie in Germoney! Schön wär's. Weil: „Anarchie ist Ordnung ohne Herrschaft.“ Dass dies den Herrschaften aller Färbungen nicht schmeckt, nicht schmecken kann, ist klar. Daher hat die Anarchie keine Lobby und sitzt zwischen allen Stühlen. Anarchie ist DIY par Excellence. Selbstorganisation, Selbstverantwortlichkeit und Selbstverwirklichung ist ihr Dreibeinhocker. Darauf sitzt mensch zwar nicht bequem, braucht dafür aber keinen Möbeltransporter. Die Realoprintenkacker*innen aller Fraktionen tippen sich an den Kopf und zeigen uns den Vogel – geht doch gar nicht, bääätsch! Aber wir sind vogelfrei von Denkschubladen und denken selbst und voraus. Anarchist*inn*en sind keine Kostverächter*innen, aber auch keine Konsumidiot*inn*en. Man sagt ihnen: Gebt Euch zufrieden, wir geben Euch etwas Mitbestimmung und eine Ration Kreuze lifetime guaranteed. Wir wollen aber immer noch nicht nur ein Teil vom Kuchen, von Brosamen ganz zu schweigen, sondern die ganze Bäckerei! Für Alle. Denn Anarchist*inn*en sind Sozialist*inn*en. Sie sagten schon immer: „Der Sozialismus wird frei sein, oder er wird nicht sein!“ (Rudolf Rocker). Der Wege dahin sind viele und die Wurzeln des Anarchismus reichen tief: von der Antike über die Aufklärung bis in die Anarchismen des Jetzt. Informiert Euch!

 

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