Veranstaltungen im BAIZ

 
 

Di. 18.04. 19:00 Eröffnung der Ausstellung »Enkel und anderes Folk – Umbrüche in den 70ern«

Reinhold Andert singt, Lutz Kirchenwitz spricht mit ihm

Reinhold Andert, geboren 1944 in Teplitz-Schönau, Liedermacher und Autor, 1966 bis 1973 Mitglied des Oktoberklubs, 1972/73 Leiter der Liedgruppe beim Org.-Komitee der X. Weltfestspiele, seit 1973 freischaffend

Die frühen 70er Jahre waren eine Zeit der Hoffnung in der DDR und die X. Weltfestspiele der Höhepunkt der FDJ-Singebewegung. Danach geriet sie in die Krise. Viele Singeklubs lösten sich auf oder formierten sich neu. Eine neue Liedszene mit Liedermachern, Liedertheatern und Folkgruppen entstand. Die Ausstellung zeigt, wie Folkländer, Karls Enkel, Schicht, Brigade Feuerstein und andere nach neuen Wegen suchten und ausprobierten, was »ging« und was »nicht ging«.

Die Ausstellung hängt vom 18.4. bis 10.5., u.a. mit folgenden Tafeln:

»Lied und Singe nach den X. Weltfestspielen«, »Der Fall Biermann«, »Folkszene«, »Liedertheater Karls Enkel«, »Gruppe Schicht« und »Brigade Feuerstein«.

 

Mittwoch, 19.04. 19:30 Marx-is-muss? Die XIV.: Alternative Wirtschaft als Ausweg?

Irgendwie schwant es mittlerweile allen, dass die kapitalistische Produktionsweise überwunden werden muss, wenn die „Menschheit“ sich und Welt nicht selbst zerstören will. Während die bürgerlichen Eliten Marx wieder-/ entdecken, feiern auf der Gegenseite alte Vorstellungen alternativer Wirtschaftsformen als Ausweg fröhliche Urstätt. Freiwirtschaft, Gemeinwirtschaft, Genossenschaft, Ökowirtschaft und sonstige Schaften werden propagiert und mit protestantischen Eifer versucht, durchzusetzen, um eine neue gerechte Gesellschaft entstehen zu lassen. Blickt man zurück, sieht die Sache aber anders aus. Freiwirtschaftler schrieben das Programm der NSDAP, vermeintlich sozialistische Kibbuzniks mutierten zu Siedlerkolonialisten und aus dem Ökowehrbauerntum entstanden riesige „Bio“ Konzerne mit allem Pipapo der „alten“ Eliten wie Ökolobby und Ökomillionäre. Wie alternativ können diese Alternativen sein? Ergeben sich mit Bitcoin und Industrie 4.0 vielleicht doch aus ihnen Impulse zur Überwindung der kapitalistischen Produktionsweise ?

 

Donnerstag, 20.04. 20:00 Filmabend mit Ende Gelände: This Changes Everything

Der Widerstand gegen die durch den Klimawandel bedingten Krisen kann genutzt werden, um das scheiternde Wirtschaftssystem hin zu einer gerechteren, nachhaltigeren Welt zu verändern – Diese Idee zeigt This Changes Everything. Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Buch von Naomi Klein. Der Film (Englisch mit deutschen Untertiteln) zeichnet ein Porträt von sieben Gemeinden aus der ganzen Welt, die Widerstand leisten.

Trailer: https://thefilm.thischangeseverything.org/about/

Vor dem Film stellt sich die Gruppe "Ende Gelände Berlin" vor und informiert über die anstehenden Aktionen von Ende Gelände in diesem Jahr. Im Anschluss gibt es Raum für Fragen und Diskussion.

*** 2017 schon mal vormerken: ***

21. bis 28. Mai: Das Lausitzer Klima- und Energiecamp geht auf Fahrradtour durch die Lausitz.

18. bis 29. August Klimacamp(s) im Rheinland mit Degrowth Sommerschule

24. bis 29. August: Aktionstage im Rheinland mit Ende Gelände Massenaktion

November: Ende Gelände Proteste in der Grube während der 23. UN-Klimakonferenz in Bonn.

 

Sonntag, 23.04. 20:00 Der Frühling braucht Zeit

DDR 1965/95, 75 min., sw., R.: Günter Stahnke, D.: Eberhard Mellies, Günther Simon, Doris Abeßer,  Elfriede Nee, Karla Runkehl, Rolf Hoppe, Hans Hardt-Hardtloff;

Der parteilose Heinz Solter, Ingenieur eines Energieversorgungsbetriebes, wird fristlos entlassen und steht vor dem Untersuchungsrichter. An einer von ihm abgenommenen Ferngasleitung gab es bei starkem Frost eine Havarie. Solter wird grobe Fahrlässigkeit, wenn nicht gar Sabotage angelastet. Er weist die Schuld von sich. Der anfangs gegen ihn eingenommene Untersuchungsrichter beschließt, den Fall im Betrieb aufzurollen.

Der Film war eine Art Parteiauftrag von höchster Stelle: Die Parteikontrollkommission, das höchste und strengste innerparteiliche Kontrollorgan der SED, hatte den Autoren alle Akten eines hochbrisanten Wirtschaftsverbrechens zur Verfügung gestellt. Jedoch waren die Filmemacher waren ehrlich genug zu zeigen, dass keiner der Konfliktträger vollkommen falsch oder vollkommen richtig gehandelt und dass keiner wissentlich ein Verbrechen begangen hatte - zu viele Grautöne für die 60er Jahre...

 

Montag, 24.04. 20:00 Die Gentrifizierung erreicht die Geisterwelt....

Titel und Behauptung des neuen Films von Lorna Johannsen, der das Thema auf spökenkieckerische (plattdeutsch geisterseherisch) Weise betrachtet. Ob es die überhaupt gibt darüber streiten sich die Geister. Das sich das Wohnen in Berlin im Laufe der Zeit verändert hat ist unbestritten, dass das mit dem Umbau der Stadt, der Gentrifizierung und dem exorbitanten Anstieg der Mieten zu tun hat ebenfalls. Der Abend beginnt mit einem Querschnitt durch die Entwicklung der Wohnsituation innerhalb Berlins von den Achtzigern bis Heute, einer Diskussion über die Möglichkeiten diesen Umbau mitzugestalten und dabei alle BewohnerI*nnen der Stadt mit einzubeziehen, danach die Premiere des Films, Märchentrash at its Best, mit alten und neuen Bekannten aus Lo Jos flimmernder Filmschachtel.

Nochmals der Aufruf sich an der Aktion: „Mein Kopf gehört mir“, zu beteiligen, es ist schon einiges eingetrudelt, im April besteht noch die Möglichkeit Bilder, Fotos, Zeichnungen, Comics und Piktogramme zu dem Thema einzureichen,( L-Fee@gmx.de) im Sommer folgt die Ausstellung und besonderes geeignete Entwürfe werden zu T-Shirts, Bags und Flyern. Also malt mal auch mal was außerhalb der Klos...

 

Dienstag, 25.04. 19:00 Lyrik im Baumhaus

Das junge Berliner Lyrikkollektiv „Lyrik im Baumhaus“ lädt ein zu einer musikalischen Frühjahrslesung! Zusammen mit dem Gitarristen und Klangkünstler Nandalo und der Liedermacherin Luana Harumi von der Band Kokokollektiv nehmen die vier Poet*innen Arne Schmelzer, Christine Zeides, Julia Dorsch und Maria Marggraf euch mit auf eine Reise durch die Gedankenwelten grauer Novembertage, dunkler Januarnächte, über zaghaft blühende Märzwiesen bis hin zu einem hellen Aprilmorgen, der unter tosendem Osterglockengebimmel die helle Zeit des Jahres einläutet. Es wird leise, es wird laut, es wird schön!

 

Mittwoch, 26.04. 19:00 A-Laden Experience (ALEx): Der bolschewistische Mythos - mit Emma und Alex durch Revolutionsrussland

“Wir Anarchisten müssen unseren Idealen treu bleiben. Keine Zeit für Kritik, jetzt gilt es anzupacken.“ Trump gab es noch nicht, aber über 100 revolutionär eingestellte Menschen wurden aus den USA als unerwünschte Ausländer auf einem Seelenverkäufer nach Russland „ausgeschafft“. Darunter Emma Goldman und Alexander Berkman. Nach ihrer Ankunft lesen sie an der Mauer der alten Duma „Religion ist das Opium für das Volk.“ Aber die neue Religion ist der Kommunismus bolschewistischer Strickart. Bald treffen sie auf andere Anarchist*innen und hören erstmals von anarchistischen Gefangenen der Sowjet-Regierung. In Moskau wurden die anarchistischen Häuser mit Kanonen und MGs „ausgeräuchert“. Freiheit sei ein bürgerliches Vorurteil, hören sie von Lenin. Der beauftragt sie für ein künftiges Revolutionsmuseum durchs blutende Land zu reisen und Ausstellungsstücke zu sammeln. So sehen sie allenthalben den Terror der Tscheka, treffen teils heimlich libertäre Revolutionär*inn*en, erfahren deren horrible Geschichten. Berkman weist Lenins Zumutung zurück, für ihn das dumpf antilibertäre Pamphlet „Der linke Radikalismus...“ zu übersetzen. Judenpogrome in der Ukraine werden der Machno-Bewegung angedichtet. Sie erleben den Kronstadt-Aufstand 1921 und versuchen vergeblich zu vermitteln. Sie sehen Läden voller Lebensmittel und davor Hungernde ohne eine Kopeke. Die anarchistische GOLOS TRUDA (Arbeiterstimme) ist zwangsgeschlossen. Am Ende, nach fast zwei Jahren gelingt es beiden mit knapper Not, dem bolschewistischen Terror zu entrinnen. So können sie den Genoss*inn*en über den bolschewistischen Mythos berichten. Es nützt wenig...

 

Donnerstag, 27.04. 20:00 Ein Abend mit Hisztorie und Tintenwolf

Hisztory: Er ist der Punk unter den Liedermachern, der schon eine ganze Menge Leben mitgekriegt hat. Mit seinem eben erschienenen dritten Album “Der kleinen Leute Lied.” verdient der aus dem Erzgebirge stammende Vagabond-Country-Folker jede Aufmerksamkeit, denn seine aktuellen Texte und Themen sind politisch reflektiert und überzeugen mit klarer unbestechlicher Haltung, mitfühlend und tolerant. Hisztory begnügt sich schon lange nicht mehr mit Gesellschaftskritik á la Fidl Kunterbunt, als der er mit seinem autonomen Bären Markus Rabatz bis 2010 als unterwegs war. Keine Parolen, keine Plattitüden und nicht nur Wut; hier singt einer aus ganzem Herzen den Menschen ins Gewissen.

Dieser deutschsprachige Liedermacher hat Straßenstaub auf seinen Schuhen und singt über Menschen ohne Lobby.Hisztory ist ein packender, unterhaltsamer wahre Geschichtenerzähler

Tintenwolf: Autonome Hippie-Punk-Lyrik, Gedichte die sich mit Themen von Liebe, dem Leben an sich bis hin zu politischen Themen auseinandersetzen. Meas Wolfstatze hat eine Utopie einer Welt voll Freiheit, Liebe & Respekt – Hippie-Punk eben.

 

Sonntag, 30.04. 20:00 Berlin um die Ecke

DDR 1965/90, 85 min., sw., R.: Gerhard Klein, B.: Wolfgang Kohlhaase, D.: Dieter Mann, Monika Gabriel, Erwin Geschonneck, Hans Hardt-Hardtloff, Kaspar Eichel;

Der Stahlarbeiter Olaf eckt wegen seiner Vorliebe für Lederjacken und Motorräder und mit seinem losen Mundwerk immer wieder bei den Betriebsfunktionären eines metallverarbeitenden Großbetriebs an. Hier sind die Maschinen total veraltet und ständig fehlen Teile. Die älteren Arbeiter haben für die Forderungen des Nachwuchses kein Verständnis. Nur ein älterer Kollege (Erwin Geschonneck), der sich seit langem gegen die Schlamperei engagiert, nimmt den Unmut der Jugend ernst. Auch privat hat Olaf Probleme, da ihn die angehimmelte Sängerin Karin nicht ernst zu nehmen scheint ... Realitätsnaher Spielfilm, der engagiert nach dem Sinn und den Werten eines erfüllten Daseins fragt und das Recht des einzelnen auf die Verwirklichung seiner selbst andeutet. Gibt es im Sozialismus ein Recht auf Individualität...?

 

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Mittwoch, 03.05. 20:00 Kickerturnier

Teams werden wie immer gelost, Einzelspieler_innen sind also willkommen, Kosten gibt´s keine (außer bei den Sportgetränken), für die Anmeldung müsstet Ihr aber spätestens 19:45 da sein, sonst garantieren wir für nix. 

 

Donnerstag, 04.05. 20:00 Kopfstand – Folge 23

Viel haben wir schon verraten. Aber noch viel mehr wollt ihr wissen. Die 23 ist eine energetisch aufgeladene Zahl mit einer besonderen Bedeutung. Allerdings kennen wir diese Bedeutung nicht, und sie geht uns auch total am Arsch vorbei. Andere Sachen sind viel wichtiger:

Was will der schmierige alte Sack mit den blonden Haaren und dem orangefarbenen Bademantel? Was ist in den beiden Koffern? Warum trinken alle nur Gin Tonic und niemand mehr Bier? Wie ist die Sicherheitslage auf der Baustelle des „Parkparadies Grunewald“? Hat Tom der Elch noch eine offene Rechnung mit dem JackWolfskin-Laden zu begleichen, oder ist das alles nicht der Rede wert? Wird Jürgen diese Folge überleben?

Fragen über Fragen. Wer die Antwort wissen will, kommt in die BAIZ. Wie immer mit Geigerzähler, DerPapstSeineFrauUndSeinPorsche und Sahara B. Und als Gast diesmal Daniel Kulla (http://www.classless.org/)

 

Freitag, 05.05. 19:30 Literaturveranstaltung „Bilden Sie einen Satz mit...“

Kein Werkstattgespräch, keine Talk-Runde, keine Lesebühne, keine Literaturschau - „Bilden Sie einen Satz mit...“ ist eine Veranstaltungsreihe, bei der Autoren und ihre Texte nicht präsentiert, sondern gelesen werden. Wir überfordern niemanden, wir unterfordern die wenigsten, wir fordern wenig, aber wir fordern heraus: zum lesen, zum hören, zum mitdenken und – reden, oder auch nicht. Wie eine ganz berühmte Ratte einmal sagte: „Jeder lebe, wie er will.“ Kurz und knifflig soll es sein: Ein Gast – ein Text – ein Gespräch – eine Stunde, in der besonders junge Autoren die Chance bekommen, ihre Sätze vorzulesen, lesen zu lassen und neue zu bilden im Gespräch mit den Moderatoren und dem Publikum, das herzlich eingeladen ist, nicht nur der Lesung und dem Gespräch danach zu lauschen, sondern daran teilzuhaben - laissez faire im besten Sinne.
Veranstaltet wird die Reihe „Bilden Sie einen Satz mit...“ von den Rich Kids of Literature- Kulturprekariat 4 eva! Einlass ab 19:00

 

Sonntag, 07.05. 17-19:30 Soli-Nähservice und Messerschleifen

Wir reparieren eure kaputten Klamotten für Soli (Kein Leder!)! - Für kurze Klingen müsst Ihr einen, für lange zwei Euro berappen. Wellenschliff (wie z.B. beim Brotmesser) ist nicht möglich, Scheren nach Augenschein. Geschärft wird mit Schleifstein und Abziehleder.

 

Sonntag, 07.05. 20:00 Nacht über Berlin

BRD 2013, 105 min., R.: Friedemann Fromm, D.: Anna Loos, Jan Josef Liefers, Jürgen Tarrach, Franz Dinda, Max Raabe,

Der Zufall führt Albert Goldmann (Liefers) und Henny Dallgow (Loos) zusammen. Er ist Arzt, Demokrat und streitbarer SPD-Abgeordneter im Reichstag. Sie ist Sängerin und träumt davon, das Ballhaus ihres Mentors Belzig zu kaufen. Albert steht im Visier der politischen Polizei, sein Bruder Edwin  ist militanter Kommunist. Zugleich tanzen im Ballhaus Anfang 1933 die SA-Schergen noch zur „Negermusik“. Aber der brutale braune Terror nimmt drastisch zu, als Hitler Reichskanzler wird. Dann erfährt Albert, dass sein verwirrter Patient van der Lubbe den Reichstag anzünden will…

Historisch leicht „hingebogen“, überzeugt das Drama als sorgfältig ausgestattete Tragödie, die detailgenau die Zeit kurz vor der Machtergreifung beleuchtet, wobei die darstellerischen Leistungen der damals bereits seit 8 Jahren verheirateten Loos und Liefers herausragen.

 

Samstag, 13.05. 19:00 Polizeizeugen vor Gericht

Mit RA Martin Henselmann und der Roten Hilfe Berlin

Zum Auftakt unserer Infotour werden wir uns gemeinsam mit dem Strafverteidiger Martin Henselmann dem Thema der Polizeizeugen im gerichtlichen Strafverfahren widmen.
Wie treten diese auf? Welche Wirkung entfalten Sie im Strafverfahren? Was bedeutet dies für den Verlauf eines Strafverfahrens? Welche Gegenstrategien gibt es? Wir wollen euch dies auch am Beispiel aktueller Fälle erläutern.
Die anderen Termine der Infotour findet ihr auf www.berlin.rote-hilfe.de

 

Sonntag, 14.05. 20:00 Der Attentäter

BRD 1969, Dokudrama, 85 min.,  R.: Rainer Erler, D.: Fritz Hollenbeck, Ulrich Matschoss, Ingeborg Lapsien, Lothar Grützner, Doris Denzel, Ruth Kähler;

Im Jahr 1939 ist Hitler auf dem Zenit seiner Macht und steuert Europa schnurgerade in die Katastrophe. Der junge Schreiner Georg Elser (Fritz Hollenbeck) erkennt die Gefahr, die von dem faschistischem System ausgeht und beschließt, dem Leben des "Führers" ein Ende zu setzen. Dafür bastelt er selbstständig eine Bombe, die während einer Veranstaltung Hitlers im Münchener Bürgerbräukeller explodieren soll. Alles scheint gut zu gehen, bis Hitler seinen Auftritt leider früher beendet, als geplant...

Das Dokudrama ist nur selten zu sehen, obwohl es damals mit dem Grimme-Preis in Gold ausgezeichnet wurde. Es verbindet eine Spielfilmhandlung mit Zeitzeug_innen-Interviews und zitiert präzise den damaligen Erkenntnisstand.

 

Dienstag, 16.05. 20:30 Vortrag und Diskussion mit Bernd Langer:  „Am Anfang war der Widerstand –  Thomas Müntzer 2017 – fünfhundert Jahre Reformation & Bauernkrieg“.

2017 ist das „Lutherjahr“: Weit über Deutschland hinaus werden „500 Jahre Martin Luther“ breit gefeiert. Auch wenn dabei pflichtbewusst kritische Töne zu Luther nicht fehlen – sein Antisemitismus, seine Hetze gegen die aufständischen Bauern – werden andere religionskritisch-reformatorische und früh-demokratisch revolutionäre Kräfte nicht nur nicht gewürdigt, sie finden erst gar keine Erwähnung. Luther, so scheint es, war eine isolierte Ausnahmeerscheinung. Dabei war er nur Teil eines gesellschaftlichen Umbruchs in der Renaissance. Begleitet von wissenschaftlichen Entdeckungen geriet das alte Weltbild ins Wanken. Es gab verschiedene Bewegungen gegen die etablierte christliche Kirche, wie die Täufer und Thomas Müntzer, den radikalen Gegenspieler von Luther. Getragen wurden die neuen Gedanken von der feudalistisch unterdrückten Bevölkerung. Es kam zu Aufständen, die sich im großen deutschen Bauernkrieg 1523-25 zu einer allgemeinen Erhebung steigerten. Das Plakat hier gibt es übrigens auch am Tresen zu kaufen!

Veranstaltung in Kooperation mit der Hellen Panke

 

Mittwoch, 17.05. 19:30 Marx-is-muss? - Die XV.: 

Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas ....

… das behauptete Lenin vor hundert Jahren, denn „wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte !“ Bahnsteigkarten sind zwar abgeschafft doch mit der Revolution ist es immer noch nichts geworden. Mehr noch, die Persiflagen der sogenannten bunten Revolutionen in aller Welt zur Restauration  westlicher Demokraturen lassen selbst Denkende von umstürzlerischen Gedanken Abstand nehmen. Immerhin wird noch in Kreuzberg unter altehrwürdigen Symbolen und Kostümen der revolutionäre 1. Mai bei Falafel und Sterni zelebriert. War's das? Ist der Traum wirklich aus?

„Die Revolution wird sich morgen schon »rasselnd wieder in die Höh' richten« und zu eurem Schrecken mit Posaunenklang verkünden: »Ich war, ich bin, ich werde sein!«" schrieb Rosa Luxemburg 1919 nach der Niederschlagung des Spartakusaufstandes.

Wirklich? Wie sieht es aus mit einer revolutionären Perspektive in der BRD? Eine Diskussion.....

 

Do., 18.05. 20:00 SAUFEN aktuell, Ausgabe Vier – RAUSCH UND ROSEN

Vorstellung der 4. Ausgabe des äthanol-politischen Fachblatts Saufen aktuell

Hat der Generalsekretär Gorbatschow den Schriftstellerrevolutionär Herzen nicht gelesen? Die Redaktion von Saufen aktuell hat. Und seitdem summt den Beteiligten Herzens Satz durch die schweren Köpfe: „Es gibt Leute, die es vorziehen, innerlich zu verreisen; der eine mit Hilfe einer starken Phantasie und indem er sich von seiner Umgebung distanziert – dazu bedarf es aber einer besonderen Weihe, die der Genialität oder dem Wahnsinn nahekommt –, der andere mit Hilfe von Opium oder Alkohol.“ Saufen aktuell wird weder Fahrscheine ausgeben, noch wird es als Routenplaner fungieren; zu der Reise selbst aber möchte das Blatt herzlich ermutigen. Tee- und Limotrinker dürfen mit.

Jetzt, da unser Tresenfaltblatt – laut junge Welt „das einzig nüchtern lesbare Magazin für Politik und schöne Künste“ – zu allem Überfluss auch noch einmal im Monat eine halbe Stunde Radio macht, dachten wir uns, es ist mal wieder an der Zeit für eine Druckausgabe und die dazugehörige Freisetzungsfeier. Diesmal geht es tatsächlich um den Zusammenhang von Alkohol und Literatur: Kommt und hört!

Herausgegeben von der Epidemie der Künste, Archiv und Link zum vierwöchentlichen Auftritt im bzw. in Äther: http://edk.pappelschnee.de/saufenaktuell/index.html.

 

Samstag, 20.05. 20:00 Kneipenquiz: Straße der Besten

Straße der Besten ist eine Quizshow für Ratekollektive von 2-5 Leuten. Es gibt wie immer keine Teilnahmegebühr, dem zweiten und letzten Team winkt jeweils Perlwein, den Gewinnern dafür jede Menge Ruhm…

 

Sonntag, 21.05. 20:00 Richard Sorge - Spion aus Leidenschaft

Japan/BRD 2003, 180min. R.: Masahiro Shinoda, D.: Iain Glen, Masahiro Motoki, Ulrich Mühe, Karen Friesicke, Kippei Shiina;

Tokio, Oktober 1941: Der deutsche Auslandskorrespondent Richard Sorge und der japanische Journalist Ozaki werden wegen Spionage für die Sowjetunion verhaftet und mit der Todesstrafe bedroht. In Rückblenden erzählt der Film historisch genau Sorges Geschichte: Seine Information, dass Japan nicht in Sibirien einmarschieren würde, ermöglichte Stalin, seine Truppen an der Westfront zu konzentrieren. Allerdings nahm Stalin die Nachrichten über das "Unternehmen Barbarossa" nicht ernst, obwohl Sorge hier sehr genaue Angaben machte - wahrscheinlich ist dieses Wissen auch einer der Gründe, wieso ihn Moskau vorerst fallen ließ und dann erst postum 1964 als "Held der Sowjetunion" einordnete...

DDR-sozialisierte Menschen erinnern sich vielleicht noch an die etwas geschönte Variante aus den russischen Krokodil-Heftchen - im Film werden damals "vergessene" Fakten sehr bemüht um historische Genauigkeit ergänzt.

 

Dienstag, 23.05. 19:00 SCHAUNWAMA... wie der heutige Abend wird!

Unter diesem Motto veranstalten wir alle zwei Monate unsere eintrittsfreie Künstlerbühne.

Unser Augenmerk liegt insbesondere auf der Aufhebung des Wettbewerbgedankens. Kunst ist nicht vergleich- und bewertbar, sondern – wie oft vergessen wird – zum Genießen, zum Reflektieren. Diesen Rahmen möchten wir gern geben! Künstler machen einfach, was sie am besten können: die Bühne okkupieren und Menschen verzaubern.

 Trotz freiem Eintritts freuen sich alle Mitwirkenden allerdings über Spenden des Publikums die wir zu 100% an die "Rahma humanitarian foundation" weiterleiten, eine syrische Hilfsorganisation, welche die Menschen im dortigen Kriegsgebiet mit dem Nötigsten versorgt.

Wer als Künstler mitwirken will, kann sich jederzeit bei uns melden:

 

Mittwoch, 24.05. 19:00 A-Laden Experience (ALEx): Wie frei macht der 8. Mai? - Keine Befreiung vom Nazismus seit 1945

Wer NUR feiert hat verloren! Zum Feiern wäre ergänzend angesagt: DENKMAL! Es gäbe mehr zu betrauern als zu bejubeln. 100 Jahre nach der Oktoberrevolution sind weder Faschismus noch Stalinismus tot, die meisten Verbrechen ungesühnt geblieben. Immer noch herrschen Mythen vor. Historische Tatsachen, die bis ins Heute wirken, werden verdrängt oder niedergelogen. Bittere Wahrheiten gibt es nur bröckchenweise, schlimmer noch: sie interessieren niemanden mehr. Naziverbrechen in Griechenland werden zurecht angeprangert - die blutige Zerschlagung der linken Widerstandsbewegung ELAS, die Griechenland selbst befreit hatte, durch britisches Militär 1944 während der Endphase des Krieges danach und mit Duldung Stalins ist vergessen. Polens Unterwerfung. Der Transport russischer Lager-Befreiter in die Gulags. Der Verrat der Westalliierten an Spanien 1945 bis zu Francos Tod 1976. Die Auslieferung der deutschen Jugend an alte Nazichargen im Kalten Krieg. Die verhinderte Restituierung und Wiedergutmachung an Millionen Naziopfer bis über deren Tod hinaus und bis heute. Verhinderte Sozialisierung und Demokratisierung. Schutz und Indienstnahme von Naziverbrechern. Die Diskriminierung des antifaschistischen Widerstandes, der Deserteure, der Edelweißpiraten als Vaterlandsverräter und Banditen bis fast zur Jahrtausendwende. Das Verschwindenlassen der Erinnerungsorte. Der perfekte Mythos vom „vorbildlichen Aufarbeiten des Nazismus“... WAR DAS BEFREIUNG ? Wir reden Tacheles.

 

Donnerstag, 25.05. 20:00 Beleuchtung & Widerstand Part IV

Was macht das „wir“ mit mir? Identität, singulär, säkulär oder anders?

BerlinerIn, EuropäerIn, Möchtegern Weltbürger... auf vielfachen Wunsch widmen wir uns unter Berücksichtigung anderer Aspekte noch einmal diesem Thema:Was sagt unsere Identität über uns und über die Gesellschaft in der wir leben aus? Was steckt hinter Konzepten wie Nation und Volk? Wofür brauchen wir sie? Ab wann richten sie Schaden an? Was macht eineN echteN ÖsterreicherIn aus? Kann man eineR werden oder wird man als solcheR geboren? In zwei weiteren Videofilmen wird diesen Fragen vom DAS BÜNDNIS FÜR MENSCHENRECHTE & ZIVILOCURAGE nachgegagen, Doron Rabinovici ist ein israelisch-österreichesr Schriftsteller und Historiker, der seit 1964 in Wien lebt und Kenan Dogan Güngör, Soziologe und Experte für Integrations- und Diversitätsfragen. Wir diskutieren im Anschluss mit Podiumsgästen ( werden noch im Web bekanngegeben) .

3. & letzter Aufruf zur Mitarbeit, für den Slogan „ mein Kopf gehört mir“ suchen wir noch Entwürfe, Bild, Grafik, Piktogramm, oder dergl. Die sich eignen auf Plakat , Flyer, Bag oder T-Shirt gedruckt zu werden. Bevor etnschieden wird was davon in den Druck geht gibt es im sommer eine Ausstellung im Baiz mit allen Exponaten. Also Stifte raus und entwerfen, bitten senden an L-Fee@gmx.de.

 

Sonnabend, 27.05. 19:00 Schauspiel des Tallercitos:  El elevador / Der Mann im Fahrstuhl

Phantasie nach einem Text von Heiner Müller

Warum habe ich in der Schule nicht aufgepasst. Oder die falschen Bücher gelesen: Poesie statt Physik. Die Zeit ist aus den Fugen…

Im legendären Fahrstuhlmonolog aus Der Auftrag wird seit nun fast 30 Jahren der tragische Held aus den Warteräumen der Macht in die kahle Welt gespuckt ohne ihm vorher ein klares Ziel zu geben. Die Reise ist zwar sehr preiswert, ihre Konsequenzen jedoch durchaus unerwartet …

Mit:  Jorge A. Suárez, Felipe Orobón

Musik:  Stefan Daskalos

Spanisch mit deutschen Untertiteln

 

Sonntag, 28.05. 20:00 Stauffenberg

BRD/Österreich 2004, 90 min., R.: Jo Baier, D.: Sebastian Koch, Ulrich Tukur, Hardy Krüger jr., Nina Kunzendorf, Axel Milberg & Olli Dittrich als Goebbels;

Spoileralarm: Mit dem Ruf "Es lebe unser heiliges Deutschland" auf den Lippen stirbt Claus Schenk Graf von Stauffenberg in der Gewehrsalve eines Wachbataillons des Bendlerblocks schon zu Beginn des Films. Anschließend wird in Rückblenden die Entwicklung Stauffenbergs vom jungen, begeisterten Offizier zum überzeugten Widerständler und Hitler-Attentäter gezeigt. Frisch verlobt, kann er sich anfangs am Anblick des neuen Reichskanzlers Hitler begeistern. Seiner Frau schreibt er noch staatstragende Briefe vom Polenfeldzug. In einem sinnlosen Rückzugsgefechte in Tunesien wird er schwer verletzt und verliert ein Auge, die rechte Hand und zwei Finger der linken. In ihm wächst die Überzeugung, dass Hitlers Treiben ein Ende bereitet werden muss...

Die lebendige Verfilmung ist nicht zuletzt wegen der hervorragenden Schauspieler_innen sehenswert, auch wenn statt mit historischer Präzision des öfteren mit fiktiven Elementen (es gab z.B. keine Verlobung S. in Anwesenheit des "Führers" in Bayreuth) gearbeitet wird. Bester Film beim Deutschen Fernsehpreis;

 

Dienstag, 30.05. 19:00 LIEBE DENKEN

Dr. Daria Gabriel sagt der Krankheit "Liebe" - im Krankheitsregister der WHO als Code F63.9 notiert - den Kampf an. Ihr medizinisches Aufklärungsseminar wird zudem musikalisch untermalt von keinem Geringeren als dem Chansonisten Karl Neukauf. Und schnell wird klar, warum...

In einem musikalisch-furiosen Drei-Akter über die Verkopftheit unserer Gesellschaft in Sachen Liebe durchleben die beiden Protagonisten das Glück und Unglück einer "Vielleicht"-/"Ja-bitte"-/"Nie-wieder"-Partnerschaft. Beziehungsstatus: kompliziert.

 

Mittwoch, 31.05.19:00 Buchpremiere: Norbert „Knofo“ Kröcher: K. und der Verkehr. Erinnerungen an bewegte Zeiten Erster Teil: 1950 – 1989

Herausgegeben von Bert Papenfuß für Rumbalotte Prenzaluer Berg Connection e. V.

Autobiographie eines rundum Tätigen. In einer Kurzvita beschreibt er sich folgendermaßen: „Norbert Erich Kröcher, genannt Knofo, geboren 1950 in Berlin-Falkensee, aufgewachsen in 44 & 36. Zahlreiche Auslandsaufenthalte in Stockholm, Paris, London, Prenzlauer Berg und diversen Hochsicherheitstrakten in Westdeutschland. Sitzenbleiber & Fernmeldelehrling, Berufsverbotener & Weltreisender, Gammler & Haarspalter, Buchhändler & Lagerarbeiter, Gabelstaplerfahrer & Spartenhistoriker, Haschrebell & Vermessungsgehilfe, Fließbandarbeiter […] Hühnerhalter & Katzenhüter, Bus-Chauffeur & Freiwillige Feuerwehr, Erzähler & Trinker, Raucher & Frauenopfer, Europareisender ohne festen Wohnsitz & fast Besitzloser, Verschenker & Teiler, Nachdenker & Tagträumer: Anarchist.“ Am 16. September 2016 wählte er den Freitod.

BasisDruck Verlag, ca. 520 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Hardcover, Schutzumschlag, ca. 26 Euro.

 

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