GÄSTERAT - PROTOKOLLE 


GELD IST IMMER DAS LETZTE THEMA

Protokoll der ersten praktischen Abendgesellschaft des Notorischen Gästerates (NGR) der Kultur- und Schankwirtschaft BAIZ am 4. 6. 2009

Anwesend waren die MdNGR: Marc A., Christina A., Tone A., Stefan D., Ralph G., Ingo H., Klaus H., Anja I., Susann I., Wolfgang J., Thomas L., Roman N., Bert P., Michael P., Ariane S. und Hugo V.; weiterhin als Gast des NGR: Björn K.. Für das BAIZ-Kollektiv sprach Matthias B..
Die Assoziierten des seligen Arbeiter- und Literatenrates Prenzlauer Berg Stefan D. und Michael P. verließen nach einer halben Stunde mit vergrämten und irritierten Gesichtern demonstrativ den Ort der einvernehmlichen Debatte. Der Exekutor des sog. Nachrichten-Dienstes des ALR Hugo V. verblieb hinterhältig in der Abendgesellschaft. Im Verlaufe des fortgeschrittenen Abends setze er unschuldigen MdNGR mit marxistischem „Redundanz!“-Gebrüll zu. Diese Kakophonie kennen wir in der etwas weniger dialektisch geschulten Anarchoversion zwar auch vom freitäglichen ofonK, der sich jedoch ob seiner Verstricktheit in die Neuköllner Stadtteilproblematik anstandsvoll entschuldigen ließ. Donnerstage passen ihm eben nicht.
Wir leisten unsere Stadtteilarbeit in dem Bezirk, der sich um Kotze Belle schmiegt, bis er sich aufbäumt.

Das Gedächtnis aus dem Stegreif

Die Abendgesellschaft begann mit der Zusammenfassung des Versprengtentreffens vom 5. 5. 2009, an dem lediglich sieben Schwabenfresser teilnahmen. Matthias B. faßte zusammen:
– Damit der Aufbau der Bibliothek nicht zu unkompliziert wird, verteilt sich die Erschaffung derselben auf mehrere schultern: Für den Brettertransport zeichnet Thomas S. verantwortlich, zuständig für Projektierung und Aufbau des Bücherregals sind Thomas L. und Birgit S. Bert Papenfuß ist weiterhin unterwegs, um die Anarchoklassiker des Karin Kramer-Verlages aufzutreiben.
– Die Beschleunigung der Internetverbindung auf 6000 und mehr Umdrehungen tritt aus vertraglichen Gründen – bei begründetem edarf – erst ab Januar 2010 in Kraft.
– An den Nutzen der Datenablage auf einem Multimediaserver, der von Karsten W. empfohlen wurde, konnte sich niemand mehr so richtig erinnern. Das Projekt galt als verschroben und wurde verschoben.
– Die Abendgesellschaft des NGR findet künftighin am ersten Donnerstag im Monat statt. Der NGR ist aufgefordert, an den übrigen Donnerstagen des Monats kulturrelevante und kulturpolitische Bildungsveranstaltungen abzuhalten. Einer ominösen „Schachliga“ wurde eingeräumt, an freien Donnerstagen ihre autoritären Turniere zu zelebrieren. Sinnloserweise schafft das BAIZ drei weitere Schachspiele an. Es steht zu befürchten, daß die Vertreter der Glücksspielfraktion die hierarchische Ruhe der Schwarz-Weiß-Wichser stören werden. 17 und 4! Wir werden ins Nähkästchen langen.

Die Überhänge der Verflossenheit

Das Projekt der Kasse der gegenseitigen Hilfe (KGH) samt Kassenbuch, Entnahmequittung und allem Pipapo wird allgemein als bürokratisch zu aufwendig und rundum unnütz angesehen – eine weitere Fußnote in der Geschichte des NGR.
Als verbürgt kann angesehen werden, daß die Mitglieder der Manifestgruppe (MG) Tone A., Anja I. und Bert P. sich in den Untiefen des Quellenstudiums befinden. Von Andreas H. und HEL T. bisher keine Reaktionen. Roman N. wurde in die MG aufgenommen. Es wird angestrebt, das Manifest des NGR bis zum Ende des Urlaubs oder Jahres zu elaborieren.

Das Minimum der Eigentlichkeit

Auf Initiative von Ralph G. wurde spontan die Kasse des NGR (KNGR) gegründet. Eingezahlt wurden im lockeren Modus 62 Euro, hinzu kamen ca. 90 Euro für die Schicht, die einige MdNGR anläßlich des Betriebsausfluges des BAIZ-Kollektivs übernahmen und der KNGR spendeten. Der Verwendungszweck des stetig steigenden Guthabens ist mittlerweile so unklar, daß man ihn genauso gut geheim nennen könnte. Schlüsselwart ist übrigens bis zu seiner Entsetzung Ralph G. selber.
Ein Mitglied des Kommandos Dortmund-Ruhr-Oberhausen beschwerte sich über die Veröffentlichung seines Klarnamens auf der Webseite von Robert W., allerdings hat nur er diesen Mißbrauch seines guten Namens wahrgenommen, ein Nachweis war nicht möglich. Die offizielle Veröffentlichung aller Verlautbarungen des NGR erfolgt auf: baiz.info/gaesterat.html, die Namen werden dort verkürzt dargestellt. Wem auch das noch zuviel ist, der möge sich bitte einen Kampfnamen zulegen.

Protokollant: Bert P.
Gegengelesen: Thomas L., Ariane S.

DIE FRAUEN SIND ZUFRIEDEN

mit den Handtüchern auf dem Damenklo

Protokoll der ersten konstituierenden Abendgesellschaft des Gästerates der Kultur- und Schankwirtschaft BAIZ am 7 April 2009

Anwesend waren 16 Mitglieder des Provisorischen Gästerates (MdPGR), nämlich: Christina A., Tone A., Ralph G., Florian G., Ingo H., Anja I., Susann I., Knofo, Andreas H. (immerhin die Hälfte des Kommandos Dortmund-Ruhr-Oberhausen), Xandi K., Bert P., Thomas S., Ariane S., Hugo V., Robert W. und Karsten W.. Weiterhin die Sympathisanten Christian H., Kai P. und HEL T. und der Journalist Karsten K.. Diverse MdPGR lungerten außerhalb des Veranstaltungsraumes der Abendgesellschaft in der BAIZ herum – ihnen sei heimgeleuchtet, daß der Gästerat im Prenzlauer Berg aktiv ist, und nicht in Mitte. Beigewohnt in Vertretung des BAIZ-Kollektivs hat Basti M..

Der Gästerat hat die Arbeit aufgenommen, das Provisorium ist hiermit um. In der Regel werden die Abendgesellschaften (AG) des nunmehr notorischen Gästerates (NGR, kurz GR) am ersten Dienstag des Monats um 20 Uhr stattfinden. Vom übermäßigen flaschenweisen Genuß von Becherovka während der AG ist künftig abzusehen. „Das muß jedoch noch ausdiskutiert werden“, fügt der Archäologe und Becherovkianer Thomas S. an, der fast drei Monate auf Baustelle im Sudan auf dem trockenen saß.

Manifest des Gästerates

Zur Erstellung des noch ausstehenden Manifestes des GR wurde eine Manifestgruppe (MG) gegründet. Sie besteht aus Tone A., Andreas H. (Kommando Dortmund-Ruhr-Oberhausen), Anja I., Knofo und Bert P. sowie dem Sympathisanten HEL T.. Das Manifest soll am 2. Juni 2009 (3. AGGR) vorgestellt werden.

Kasse der gegenseitigen Hilfe

Die Kasse der gegenseitigen Hilfe (KGH) wurde gegründet. Mitglieder des Gästerates (MGR) zahlen bei jeder Abendgesellschaft an den am 5. Mai 2009 (2. AGGR) zu wählenden Schatzmeister (SM) einen Beitrag von 5 Euro ohne Ansehen der Person. Bei persönlichem Geldstau wird auch ein Beitrag bis 10 Euro akzeptiert. Der SM legt ein Kassenbuch an, das in der eigentlichen KGH hinter dem Tresen deponiert wird. MGR können aus dem Barbudget der KGH gegen Entnahmequittung ein Darlehen bis max. 100 Euro (andere sagen 50, Abstimmung am 5. Mai) im Zeitraum zwischen zwei AGGR beanspruchen. Die Inanspruchnahme wird vom jeweiligen Tresenarbeiter auf Ansage im MGR-Kassenbuch vermerkt: Also keine Deckel mehr für MGR! Bei der nächsten AGGR werden durch den SM, der bei dieser Gelegenheit die Barschaft der KGH mit sich führt, die notierten Beträge direkt an die BAIZ ausgezahlt, also innerhalb von max. 1 Monat nach Inanspruchnahme. Das ist vermutlich eine neue Erfahrung für die Arbeitenden der BAIZ. Die jeweiligen klammen MGR zahlen bei der nächsten, spätestens übernächsten AGGR, also innerhalb einer Quarantäne von ca. 30 bis 60 Tagen, an den SM zurück – zusätzlich zum Beitrag! Sollte auch in der KGH ein Geldstau entstehen, wird er den MGR im Rahmen eines Abenteuerausfluges zu gute kommen. Nach Usedom, wir haben dort einen Auftrag zu erfüllen …

Kommunikationstechnik und Weiterbildung

Ralph G.l und Alexander K. werden am zweiten Fenstertisch eine Feuchtraumdoppelsteckdose für den Laptopbetrieb installieren. (Der Auftrag wurde am 14. April durch Ralph G.l ausgeführt.) Karsten W. recherchiert eine preisgünstige schnellere Internetverbindung für den WLAN-Betrieb der BAIZ. Die Anschaffung eines Handyjammers wurde erwogen, aber niedergeschlagen, da keine wesentlichen Probleme mit Quatschbacken bestehen. Anzustreben ist der Erwerb eines Netbooks (Recherche: Karsten W.) zur Nutzung für die werktätigen MGR und die Arbeitenden der BAIZ. Ein sinnloser Plan, der wohl der Abendgesellschaftshysterie geschuldet ist. Alle, die in der BAIZ ein Schlepptop nutzen wollen, haben bereits eins; brauchten es dann aber im Falle einer Anschaffung eines Netbooks nicht mehr anzuschleppen. Auch hat Karsten W. angeboten, diverse Bücher und Nachschlagewerke auf dem Netbook abzuspeichern – was tun? Wie lange hält so’n Ding überhaupt, und wer bezahlt die Reparatur?

Die Anbringung eines Bücherregals scheint den MGR unumgänglich. Zur Bestückung des Bücherregals sind alle MGR und Nicht-MGR herzlich gebeten. Insbesondere Knofo ist für die Anschaffung einer 4-bändigen Ausgabe von Brehms Tierleben zuständig, er hat nämlich eine auf der Straße gefunden. Erledigt, der Transport der doch recht schweren Bücher aus dem Zwischenlager der BAIZ nach Neukölln erwies sich als zu schwierig.

Bert P. bemüht sich um einen kleinen Bestand anarchistischer Klassiker aus dem Programm des Karin Kramer Verlages.

Ergonomie und Kopfschmerzen

Die MGR fordern gleichhohe Barhocker, einen Fußlauf (im Gründungsprotokoll des PGR noch „Fußstange“ genannt, die Biegung scheint den Unterschied zu machen) für den Tresen, eine Markise gegen Sonne sowie Regen – und ein verschiebbares [sic!] Stirnkissen für Wolfgang J..

Hygiene ist ungesund

Diesen Standpunkt vertritt Anja I., der Bachmann-Preis-Anwärter Karsten K. hingegen meint: „Det Ooje scheißt mit“. Knofo ergänzte auf Zuruf von Thomas S.: „Die Linke is fürn Arsch“ – wenn das Klopapier alle ist. Tone A. wiegelte ab: „Die Frauen sind zufrieden“. Robert W. und Karsten K. wünschen sich weiterhin eine neue Klobrille, Ralph G. einen Spiegel – oder daß die Kritik an seinem Haarschnitt unterbleibt, zumindest durch die MGR – und diverse männliche MGR trockene Handtücher. Die Männer haben scheinbar richtige Probleme.

Glutenfreies Bier und andere Überhänge aus dem Gründungsprotokoll

Auf Anfrage beharrte Christina A. nachdrücklich auf glutenfreiem Bier. Vielleicht finden auch andere Geschmack daran. Der GR unterstützt dieses Ansinnen.

Nicht (direkt) angesprochen wurden folgende Überhänge aus dem Gründungsprotokoll:

– Das Gedudel von 80er-Jahre-Mainstream-Mucke ist nach wie vor nicht auszuhalten. Robert Smith und Freddy Mercury sind bzw. waren Karikaturen von Rockmusikern, die uns nichts mitzuteilen hatten bzw. haben. Neuerdings weltschmerzt auch noch die spezialdemokratische Zahnarztsängerin Tracy Chapman ihr Scherflein bei, ich bitte euch … denkt auch hinter dem Tresen an den Bildungsauftrag! Nicht umsonst stellen die Rockwissenschaftler vor dem Tresen ihre Seifensieder unter den Scheffel. Tresenmusik ist bestenfalls, was allerdings anzustreben ist, emotionale Weiterbildung – andernfalls repetitiv-penetrierende Präsentation der Geschmäcklichkeit der jeweiligen Arbeitenden, die natürlich auch ihre Probleme haben. Übrigens, die Cobra Skulls sind schlechte Men They Couldn’t Hang. (MdPGR Papenfuß)

– Die Kotzhilfen, die von den MdPGR Weber, Junginger und Hering in umgekehrter alphabetischer Reihenfolge als „Göbelgriffe und -bindungen“ gefordert wurden, gehen allen anderen MGR immer noch am Arsch vorbei.

– Für die Nichtanbringung von „stromfressenden Trockenpustern“ scheint es nunmehr zu spät zu sein. Oder ist eine sachgemäße Demontage vorgesehen, MdPGR Leinhos? Für eine sitzungsfristige Beheizung eines Außenklos und eine Explosion der Betriebsnebenkosten sind die Dinger doch gut zu gebrauchen.

– Die Einführung eines Rabattmarkenheftes, die so ziemlich allen MdPGR am Herzen lag, spielte in der Tagesordnung der ersten konstituierenden AGGR keine Rolle mehr. Warum?

Solidarität und Tohuwabohu

Im Zuge des Becherovka-Stürzens wurde es pathetisch: Im Falle einer Inhaftierung eines MGR steht ihm ein wöchentlicher Besuch durch die auf freiem Fuß befindliche MGR zu. Bei Beerdigungen oder sonstigen Zelebrierungen des Ablebens eines MGR ist eine vollständige Anwesenheit der GR anzustreben.

Diskriminierungen innerhalb des GR sind zu unterlassen. Knofo soll sich den Begriff „Hasi“ für richtige Schlappohren aufheben und den Ausdruck „Schwanzlutscher“ für entsprechende Fachgespräche. Das Diskriminierungsproblem blieb unausdiskutiert, die Beschlußfassung war ebenso desolat, wie bei einem richtigen Gästerat. Ein Großteil der Frauenfraktion verließ die AG kurzfristig aufgebracht. C’est fait – Sela – Seefe.


Notiert, erinnert, revidiert und aufgezeichnet durch MdPGR Bert P.. Mitarbeit: Ralph G.l, Andreas H., ofonK, Robert W.. Bestätigt: Xandi K..


DIE KÖNNEN NICHT ALLES, WAS SIE DÜRFEN

Überarbeitetes und ergänztes Gründungsprotokoll des Provisorischen Gästerates der Kultur- und Schankwirtschaft BAIZ

Infolge mangelnder Tresenbeleuchtung wurde am 13. Februar 2009 um 17.30 Uhr spontan der Provisorische Gästerat der Kultur- und Schankwirtschaft BAIZ (PGR) durch Bert P. und Robert W. gegründet. Auf Anhieb konnten für das evidente Projekt in Gründung die notorischen Gäste Ralph G. und Wolfgang J. kooptiert werden. Trotz bekundeter Toleranz durch die Katalysatorin Silvia K. wurde ein Beitrittsansinnen niedergeschlagen. Vor dem Tresen ist sie lediglich eine der Teilzeitkräfte, die – wie durch Junginger definiert – „nicht alles können, was sie dürfen“.
Die Hauptaufgabe des PGR ist die Verbesserung der Lebens- und Trinkverhältnisse für alle Werktätigen diesseits des Tresens in der BAIZ. Diesseits heißt „vor dem Tresen“. Die „Jenseitigen“ werden im folgenden als die „Arbeitenden“ angesprochen. Um den aufkommenden Verdacht der Vereinsmeierei auf Stammtischniveau abzuschmettern, ist der Ausdruck „Stammgast“ zu vermeiden. Wir wollen am Tresen lesen, dösen, Rätsel lösen – quatschen, wenn es etwas zu mitzuteilen gibt, und unsere kultur- und sozialpolitischen Aktionen vorbereiten. Wir sind ordentliche Anarchisten. Zahlende Werktätige und bezahlte Arbeitende müssen im Widerstand vereint sein.
Der PGR ist eine basisdemokratische Plattform, vergleichbar freiheitlichen Kommunen, Gilden, Innungen, Genossenschaften; im Kropotkinschen Sinne dient der Gästerat der gegenseitigen Hilfe und bedingungslosen Geselligkeit. Als solche kann der PGR keine Verbote fordern, sondern ausdrückliche Hilfestellung bei der Abschaffung von Mängeln leisten. „Ausdrücklich“ bedeutet ausdrücklich „ausdrücklich“, nicht „tätig“ oder gar „tätlich“. Eine sog. „anpackende Hilfestellung“ kann von den Mitgliedern des PGR (MdPGR) erst erfolgen, wenn eine Einigkeit über Fähigkeiten und Möglichkeiten der eventuell abhelfenden Werktätigen hergestellt ist. Nichtsdestotrotz kann der PGR Aufgebote stellen und Drohungen aussprechen. Nach Erstellung eines Gründungsmanifestes wird der PGR am 7. 4. 2009 um 20 Uhr im Rahmen der ersten Vollversammlung in einen Notorischen Gästerat (NGR, kurz: „Die Notorischen“) umgewandelt.
Die Vollversammlung der Werktätigen und Arbeitenden wird jeweils Anfang des Monats im BAIZ hinter der Klappe stattfinden. Im Tresenjargon hat sich für diese Vollversammlung der Terminus „Tribunal“ eingeschlichen, diese diskriminierende Bezeichnung ist zu vermeiden, wir sind schließlich nicht in den Schauprozessen. Mit „voll“ ist übrigens „nahezu voll“ gemeint – und nicht „total voll“.
Abzuhelfenden Mängeln ist durch die MdPGR bzw. MdNGR namentlich auf die Schliche zu kommen. Die Kampfmittel des PGR sind beschränkt auf abgründigen Humor, Warnstreik, befristeten Streik und Kneipenwende. Die Installation einer Wandzeitung ist zu erwägen. Mit Sicherheit zu erstreben ist die Gründung einer „Kasse für gegenseitige Hilfe“, die klammen MdPGR bzw. MdNGR aus der Patsche hilft. Schluß mit der Deckelwirtschaft! Wir wissen uns selber zu helfen.
Der PGR verfügt über einen BAIZ-Nachrichten-Dienst, der jedoch so geheim ist, daß zumindest die Mitarbeiter des BND nichts von ihrer Tätigkeit wissen, und von den Mitgliedern des PGR lediglich abgeschöpft werden können. Diese Vorsichtsmaßnahme dient der Straffreiheitsgarantie für den Fall einer Tresenwende. Ihre Einhaltung wird überwacht durch die Heimliche Verhaltensaufsicht (HVA).
Mitgliedern des PGR steht es nach Gründung des NGR frei, im PGR zu verbleiben. Dann haben wir eben zwei Gästeräte. Organisiert euch, schafft Räte über Räte. Nieder mit der Mangelwirtschaft! Nachfolgend eine Auflistung bisher aufgetretener Mängel:

Weiterbildung
– Die Tresenbeleuchtung soll müheloses Lesen eines Buches an allen Plätzen gewährleisten. (MdPGR Bert P. u. Robert W.)
– Erweiterung des Bibliotheksbestandes und Anbringung entsprechender Regale (MdPGR Bert P. u. Robert W.)
– Postfächer für die MdPGR (MdPGR Robert W. Bert hält das für übertrieben, Übergaben klappen doch meistens, wenn man auf sie vorbereitet ist.)
– Stromversorgung für Laptopbetrieb an mindestens einem der größeren Tische (MdPGR Ralph G.,
Bert P. u. Robert W. Wolfgang J.: Scheißegal.)
– Steckdosen auch an der Bar (MdPGR Robert W.. Alle anderen dagegen, allein aus Sicherheitsgründen.)
– Auch die musikalischen Darbietungen jenseits des Tresens dienen der Weiterbildung der Werktätigen vor dem Tresen. X-maliges Gedudel abgedroschener kapitalistischer Hitmusik – noch dazu der 80er Jahre – forciert eine emotionale Verdummung, der wir uns erwehren müssen, um einen klaren Gedanken fassen zu können. (MdPGR Bert P. u. Robert W.)

Gesundheit
– Schnellstmögliches Angebot von glutenfreiem Reis-, Hirse- oder Maisbier (MdPGR Christina A.)
– Die Eingangstür muß in der kalten Jahreszeit schleunig und selbsttätig schließen. (Alle MdPGR)
– Neue Klobrille im Herrenklo (MdPGR „Nörgelwessi“ Robert W.)
– Anbringung von Göbelgriffen und -bindungen sowie Stirnstützen auf dem Herrenklo (MdPGR Robert W., Wolfgang J. u. Matthias H.)
– Anbringung einer Fußstange am Tresen um Haltungsschäden und Verspannungen vorzubeugen. (MdPGR „Nörgelwessi“ Robert W.. Bert: Zum Vorbeugen ist es jetzt vielleicht zu spät, aber nachfolgenden Generationen könnten die physischen Komplikationen eines langen Tresenlebens erspart bleiben.)
– Keine Anbringung von stromfressenden Trockenpustern in den Klos. (MdPGR Thomas L.)

Besänftigung
– Einführung eines Rabattmarkenheftes. Nach jedem zehnten Getränk ein Freigetränk, abgezeichnet und gestempelt durch die Arbeitenden. (Alle MdPGR)
– Von der Mitgliedschaft ausgeschlossen sind Gäste aus dem Großraum Oberhausen. Sie seien auf immerdar ratlos – und verbleiben ohne Rabatt. Die Definition des Großraumes Oberhausen erfolgt durch das Bestechliche Gebietskomitee (BGK). Die provisorischen MdBGK sind nicht wählbar, uns aber bekannt. (MdPGR Knofo u. Bert P.)
Sollte eine Person aus dem Großraum Oberhausen die Hürde des BGK überwinden und das Gründungsprotokoll des PGR unterzeichnen, erwirbt diese damit ihre Nichtmitgliedschaft als Mitglied. Dies ergibt sich aus der Verallgemeinerung von Cantors zweitem Diagonalargument, also dem mengentheoretischen Lehrsatz von der höheren Mächtigkeit der Menge aller Untermengen im Vergleich zur Ausgangsmenge, da das dem PGR beigetretene Nichtmitglied auf die gleiche Weise Mitglied ist, wie das der Untermenge aller nicht in der ihnen zugeordneten Untermenge enthaltenen Elemente zugeordnete Element der Ausgangsmenge in dieser ihm zugeordneten Untermenge enthalten ist, weil es nicht in ihr enthalten ist; quod erat demonstrandum. (MdPGR Thomas L.)
– Wenngleich die bereits ersichtliche Kongruenz der MdPGR mit dem Notorischen Tresenpublikum (NTP) den Verdacht nahe legt, daß es sich beim PGR/NGR in Gründung um eine schlecht verschleierte, zusätzliche Begründung und Motivation – viel scheint ja sonst nicht los zu sein – des Zugegenseins als trinkende und zahlende Werktätige (TZW) handelt, haben wir [Rebekka M. u. Thomas S.] das Protokoll natürlich sofort unterzeichnet – noch vor dem Ausdruck, weil wir hier [z. Z. im Außendienst in Mussawarat es Sufra/Sudan] keinen Drucker haben – und stehen als weitere MdPGR zur Verfügung.
Das Ziel muß ja sein, irgendwann als höchste Entfaltungsmöglichkeit schankwirtschaftlicher Kultur die vollkommene Deckungsgleichheit zwischen NTP und PGR herzustellen, wohingegen die Teilzeit-TZW als fluktuierende Masse den Schankraum verunzieren. Von Einlaßkontrollen würde ich aber zur Sicherung der monetären Versorgung der Arbeitenden und im Interesse der Preisgestaltung für das NTP grundsätzlich absehen. (MdPGR Rebekka M. u. Thomas S.)

Mitgliederstand per 12. 3. 2009:
Marc A., Christina A., Tone A., Tatjana B., Stefan D., Ralph G., Florian G., Jens G., Ingo H., Matthias H., Klaus H., Anja I., Susann I., Wolfgang J., Knofo, Kommando Dortmund-Ruhr-Oberhausen (Andreas H./Michael T.), Xandi K., Thomas L., Rebekka M., Frank N., Bert P., Michael P., Thomas S., Ariane S., Reiner S., Uwe S., Hugo V., Robert W., Karsten W., Dotti W.